TRAUFFER
interview in zürich

people image(18.03.10/lp) Der "Ex-Airbäg-ler" Marc A. Trauffer und seine zweite CD "Dr Heimat z lieb": Wir haben nachgefragt.

Wieso ist es eigentlich zum Ende von Airbäg gekommen - ihr wart ja gut in den Charts unterwegs?

Airbäg war eine Schülerband und die Anforderungen wurden zu hoch. Als sich zwei entschieden haben, sich von der Band zu verabschieden, um sich einen Job zu suchen, haben wir dicht gemacht. Für uns standen Ersatzmitglieder nie zur Debatte: Wenn einer geht, dann ist Airbäg fertig.

War es für dich nach dem Aus von Airbäg klar, dass du weiter Musik machen möchtest?
Absolut, ja!

Das letzte Airbäg-Album war in den Charts mit dem Peak 15 recht erfolgreich. War dies für dich ein Massstab, als du deine Solokarriere gestartet hast?
Nein. Da fängt ja was Neues an: Du startest zwar nicht bei Null, aber du musst trotzdem eine Aufbauarbeit leisten, so wie zum Beispiel Ritschi das auch hat machen müssen. Etwas neues aufzubauen ist nicht so einfach - und das bin ich mir bewusst.

Die Berner Zeitung schreibt "Der grosse Durchbruch lässt auf sich warten". Siehst du das auch so... Oder ist das Ansichtssache?
Das ist tatsächlich Ansichtssache. Der Journalist, der das geschrieben hat, der kommt aus Interlaken und ich komme ja auch aus diesem Gebiet "Interlaken/Brienz", und wenn man von diesem Kuchen kommt, dann ist die Messlatte "Polo Hofe, Plüsch" sehr hoch.  Das sind andere Dimensionen. Wir haben mit Airbäg aber auch viel erreicht und ich bin stolz darauf. Man kann es jedoch nicht "1-zu-1" vergleichen und gewisse Journalisten machen das.

Wie beurteilst du denn den Erfolg - persönlich gesehen?
In der Schweiz gibt es tausende von Bands, die in ihren Probelokalen herumhängen und träumen. Wenn sie eine CD produzieren wollen, dann müssen sie einen Kredit aufnehmen oder die Eltern anpumpen und sie basteln an einem Album, das nie wirklich rauskommt. Sie vertreiben es unter den Kollegen oder verkaufen es an ihren Gigs. Dass ich bei Universal unter Vertrag bin, das ist für mich ein persönlicher Erfolg und das zeigt, dass ich grundsätzlich nicht alles falsch mache. Es ist schön, dass ich die Chance habe Musik auf diesem Niveau machen zu dürfen, dass ich eine zweite CD aufnehmen konnte und jetzt auf Tournee gehen kann.

Du hast mit Dave Hofmann zusammengearbeitet... Da wäre es naheliegend gewesen, dass du mit Heidi Happy ein Duett hättest machen können?
Ich habe letztendlich mit Monika Schär ein Duett gemacht, eine Kollegin von Dave. Und obwohl die Plattenfirma es lieber wollte, dass ich mit einer Lady singe, die "famous" ist, so hab ich mich für Monika eingesetzt, weil unser Gesang harmonisch ist. Ich finde nicht, dass unbedingt ein Promi dabei sein muss. Ich hätte ja auch irgendeine Ex-Miss anfragen können... Und ich weiss auch gar nicht, ob Heidi Happy da mitgemacht hätte, sie singt ja auf Englisch. Schweizer, die auf Englisch singen, tun es sich mit Schweizerdeutsch schwer.

Beim Song "Alls oder nüüt"... An was erinnert uns die Gitarre?
Ja... sag mal, an was erinnert dich die Gitarre.

An "Faith" von George Michael?
Ja, zum einen - eindeutig "Faith" von George Michael - zum anderen erinnert der Refrain auch an "Macho Macho" von Rainhard Fendrich, und man könnte auch "Ein Stern" drüber singen. "Normale" Künstler hätten den Track gleich liegen lassen, aber wir haben genau das lustig gefunden. Wir haben so gelacht und gesagt: "Komm, das machen wir!"

Bei "I wott wieder hei" kommt u.a. "20 Minuten" vor. Ich behaupte: Du bist der Erste, der das macht...
Ich habe mir diese Frage gar noch nie gestellt. Aber das kann sein... Dann wäre ich ja also der Erste (lacht)!

Du hast auch bei diesem Album wieder mit Adrian Stern zusammengearbeitet...
... und das lustige ist, ich habe ihn noch nie getroffen. Wir haben die Songs per Mail hin und her geschickt und mal telefoniert. Aber wir haben uns noch nie gesehen. Aber wir wollen das nachholen.

Spielst du auf deine Tour noch Airbäg-Songs?
Darüber diskutieren wird immer wieder, aber ich finde, das gehört dazu. Es kommen Fans an die Gigs, welche diese Songs gern gehabt haben und das bin ich ihnen schuldig, dass ich die Tracks einbaue. Und Airbäg war ja ein Teil von meinem Leben und ich habe noch Freude an den Songs.
 

 
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"DR HEIMAT Z'LIEB"

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