ERASURE
electro pop aus england

interview per phone, ende dezember 04
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Gay.ch: Vince, du wohnst jetzt in New York. Wie kam es dazu?
Vince: Ich wollte schon mal in eine richtig grosse Stadt wohnen. Ich mag diese Atmosphäre. Auch musikalisch ist hier ziemlich viel los.

Gay.ch: Vermisst du England nicht?
Vince: Manchmal schon. Es kommt sogar zwischendurch vor, dass ich Heimweh habe.

Gay.ch: Andy abwechslungsweise in Spanien und in England. Wie meistert ihr die musikalische Zusammenarbeit?
Vince: Einerseits haben wir per Mail die Idee ausgetauscht, was sehr spannend war, andererseits hat er acht Wochen hier in New York verbracht.

Gay.ch: Schreibt ihr die Songs immer gemeinsam oder auch mal alleine?
Vince: Zu 99,9% schreiben wir unsere Songs immer zusammen. Ich kann mir nicht vorstellen, mit jemand anders Musik zu machen. Wir unterstützen uns und brauchen uns gegenseitig für die musikalisch Umsetzung.

Gay.ch: Hat es dich als Hetero nie gestört so oft um Gays herum zu sein?
Vince: Nein gar nicht. Am Anfang haben wir das geklärt und dann war es kein Thema mehr. Mir ist das egal. Wir haben Spass und das ist es.

Gay.ch: Wenn du zurück schaust in die 80s, als ihr angefangen habt: Was hat sich musikalisch bei euch geändert?
Vince: Ich denke wir sind reifer geworden. Unsere Musik klingt nicht mehr so naiv.

Gay.ch: Die Single kann man im Internet auf eurer Homepage gegen Gebühren downloaden. Wird das auch beim Album der Fall sein?
Vince: Das wissen wir noch nicht. Kommt auf die Plattenfirma drauf an. Ich denke aber schon.

Gay.ch: Liebäugelt er auch damit, wieder in die Charts zu kommen, wie dies der Fall in den 80s war?
Vince: Das ist für uns keine Priorität. Wir sind dankbar, dass wir Musik machen können, dass wir treue Fans haben und das man unsere Musik mag.

Gay.ch: Welcher Song vom neuen Album gefällt dir momentan am Besten?
Vince: Das ändert sich ja immer ein bisschen, aber: Momentan gefällt mir "I Bet You're Mad At Me". Der Song ist so locker und schnell entstanden. Das ist immer gut, wenn ein Song so spontan entsteht. Es kam aus dem Nichts, sozusagen, nur mit Piano, Gitarre und Sitmme. So ist das Ganze einfach ehrlicher und nicht so weit hergeholt. Mir gefällt der Text und die Stimmung des Tracks sehr.

Gay.ch: Kürzlich erfuhr man, dass Andy Hiv-Positiv ist. War das ein "Outing" oder hat er informiert?
Vince: Das war seine Entscheidung. Er kam zum Entschluss dass es besser ist, wenn die Leute das wissen. Ich stehe hinter seiner Entscheidung.

Gay.ch: Du bist sowieso mehr "der Mann im Hintergrund" und exponierst dich nicht so gerne, denke ich. Bei einem Auftritt, als ihr mit zwei Girls ABBA gespielt habt, da hast du ja wohl mitspielen müssen...
Vince: Ja, ja, das ist schon so. Ich bin der Mann im Hintergrund und dort gefällt es mir besser. Andy ist da mehr extrovertierter als ich und er macht das auch besser als ich (lacht)!