|
(09.02.10/lp) Lunik
stehen am Start mit einem neuen Album. Wir haben mit der
Sängerin Jaël gesprochen.
Zur Zeit reisen Lunik in der ganzen Schweiz herum, um Interviews
zu ihrem neuen Album "Small Lights In The Dark" zu
geben. Wir haben die Sängerin in Zürich getroffen.
Schon wie beim Titel der letzten CD "Preparing To Leave"
geht es auch dieses mal bei "Small Lights In The Dark"
darum, dass ihr viel on Tour seid...
"Preparing To Leave" war ein Eintrag in meinem Tagebuch,
wo ich somit ausdrucken wollte, dass ich bereit bin für den
nächste Tour-Tag. Bei "Small Lights In The Dark"
geht es darum, wie es ist, wenn wir in der Nacht irgendwo in einer
Stadt angekommen und von der Ferne bereits diese kleine Lichter im
Dunkeln sehen. Bevor wir Gigs im Ausland hatten und nur in der
Schweiz unterwegs waren, war es anderes: Du hattest am Weekend
Auftritte und warst die Woche hinweg nicht unterwegs. Mit den
Auftritten im Ausland hat sich einiges geändert. Inzwischen
ist es schon fast normal, dass wir in einem Nightliner oder in
einem Flugzeug sitzen, um in irgend eine Stadt zu reisen. Das
beeindruckt mich noch heute dauernd.
Wer entscheidet, welcher Song als Single ausgekoppelt wird?
Das ist die Plattenfirma im jeweiligen Land. Mir ist das quasi
"egal", welcher Track als Single ausgekoppelt wird, weil
ich sowieso alle Songs mag. Ich würde mich wohl gar nicht
entscheiden können (lacht).
Wie war es, mit einem Streichorchester zusammen zu
arbeiten?
Das war super, das war bombastisch - ein unglaubliches
Gefühl! Das Orchester - es waren rund 30 Personen - habt
gespielt, während ich gesungen habe. Das war so schön,
ich hätte fast weinen können. Gänsehaut pur.
Gegen Ende des Songs "Everything Means Nothing"
gehst du ganz schön rauf mit der Stimme. Wie weit weg vom
Mikrophon musst du stehen...?
(lacht) Weit weg! Du hättest die Augen des Produzenten sehen
sollen, als er diese Stelle das erste Mal gehört hat!
Kontrolliert jemand deine englischen Texten?
Früher hat das jemand gemacht, der zwar die Sprache
beherrscht, aber ich hatte das Gefühl, dass die Lyrik
verloren geht, also hab ich angefangen mit anderen Sängern
die Texte zu besprechen.
Wie es dazu gekommen, dass du in einem Rave-Track - bei
Delerium feat. Jaël "After All" - singst?
Wir waren auf der Suche nach einem Remixer für unsere Songs
und dann hat es sich so ergeben... Delerium fand Gefallen an
meiner Stimme und bot mir dann an, bei diesem Track mitzusingen.
Wenn mich ein Song berührt, dann kann das auch ein Heavy
Metal Track sein... Es tut gut, mal aus seiner eigenen Musikwelt
zu treten und eine Horizonterweiterung zu machen. Mit Delerium bin
ich zur Zeit im Gespräch für einen weiteren Song...
Apropoz anderer Musikstil: Ich habe gelesen, dass du mit Hip Hop
nicht viel anfangen kannst...
Ich habe etwas Mühe damit, dass die ursprüngliche Idee
vom Rappen etwas verloren gegangen ist und das viele gar nicht
wissen oder verstehen, was da eigentlich gerappt wird.
Liest du eigentlich die Kritiken eurer CDs?
Am Anfang hab ich das noch fleissig gemacht, heute tue ich das nur
noch sporadisch. Du musst da einen gesunden Abstand haben und
ausserdem: Es gibt Leute, die mir Nahe stehen, deren Meinung mir
wichtiger ist. Aber meine Mutter, die sammelt jeden Schnippsel von
Lunik (lacht).
Kannst du dir vorstellen, wieder mal ein Album wie
"Ahead" zu machen?
Das wäre ein Schritt zurück... Verstehe mich nicht
falsch, es ist nicht so, dass ich das Album schlecht finde oder
so... "Ahead" war sehr technisch, praktisch ein
"Computerprodukt". Wir haben uns mit der Zeit
weiterentwickelt , sind im organischen Sound aufgegangen und haben
grossen Spass daran!
|