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(30.03.11/lp)
Vor kurzem ist die neue CD "Das wäre dein Lied gewesen" von Ina
Müller herausgekommen. Wir haben mit ihr über Musik, Liebe und
Showbiz gesprochen...
Welchen Song aus deinem neuen Album empfindest du als den
Persönlichsten?
Es ist schon eher „Fast drüber weg“. Die Persönlichsten sind ja
eh meistens die Balladen. Ich finde „Fremdgehen“ ist ein sehr
intimer Song.
„Fremdgehen“ ist ja ein Ansporn frischen Wind in eine Beziehung
einzubringen…
Es geht dabei gar nicht um ein Rollenspiel, vielmehr wollte ich
damit die Verzweiflung ausdrücken, wenn man fast nicht mehr
weiss, was man tun soll, obwohl man sich noch mag. Das erste
grosse Verliebtsein und das grosse Kribbeln sind vorbei, aber
dann muss man ja eine neue Basis finden, denn es wird sich nie
mehr so anfühlen wie am Anfang. Wie man es macht, dass weiss ich
nicht… Ob es etwas bringt, wenn man – wie im Lied beschrieben –
mit dem Auto hinterherfährt, das kann ich nicht sagen, ich hab
das selber auch nie ausprobiert. Ich war in meinen langjährigen
Beziehungen immer sehr feige und habe dann die Beziehungen
beendet. Oder man hat die Beziehung gemeinsam beendet…
Dein neues Album hat die bisher höchste Chartplatzierung in
Deutschland erreicht, nämlich Rang 2. Wie erklärst du dir diese
Steigerung gegenüber dem letzten Album?
Ich mach nicht so viele Alben und wenn die Leute auf ein Neues
gewartet haben und sie es dann alle am gleichen Tag kaufen, dann
kommt man wohl ganz weit rauf. Ich denke die Fanbase wächst auch
durch „Ina’s Nacht“…
Hast du dir schon mal überlegt am Eurovision Song Contest
mitzumachen?
Ich würde da nicht mitmachen. Ich weiss was ich kann und was ich
nicht kann, aber darum geht es beim Eurovision Song Contest
nicht. Da geht es um Show, um Zufall und so… Ich bin eher
textlastig und wenn ich Musik machen, dann möchte ich Musik
machen um zu bewegen, um traurig zu machen… Ich glaube, das was
beim Grand Prix gefragt ist, könnte ich nicht einbringen. Ich
habe da schon Superballaden mit Hammerstimmen gehört und die
sind dann trotzdem auf den hinteren Plätzen gelandet…
Beim Song „Paparazzia“ geht es um Menschen, die unbedingt und um
jeden Preis im Rampenlicht stehen möchten, aber eigentlich gar
nichts können?
Genau, du bringt es auf dem Punkt: Genau um solche Menschen geht
es, die sich immer wieder ins Rampenlicht zurück bringen
möchten. Und wenn einem nichts mehr einfällt, dann boxt man
gegen Oliver Pocher, dem auch nichts mehr einfällt. Ich
persönlich möchte da nicht stattfinden. Wenn ein Album von mir
erscheint, dann möchte ich da kurz stattfinden, aber dann möchte
ich auch gleich wieder weg sein. Ich habe da auch noch andere
Sachen zu tun und ich glaube, diese Menschen haben sonst nicht
viel anderes zu tun, das ihnen wichtig wäre.
Mit welchem Sänger oder welcher Sängerin möchtest du mal einen
Duett veröffentlichen?
Nun ja, in meiner Sendung gibt es ja laufend so was wie ein
Duett: Mal sing ich mit, mal mach ich nur die zweite Stimme…
Inzwischen werde ich natürlich von verschiedenen Künstlern
angefragt, ob wir ein Duett aufnehmen, aber momentan reizt mich
das nicht. Das was in der Sendung läuft, das genügt mir so in
dieser Form.
Hat sich die Diskussion um das Kürzen deiner Haare inzwischen
gelegt?
Die Diskussion hat sich gelegt und die Haare sind inzwischen ja
auch wieder gewachsen.
Dann hast du ja damals noch gesagt, dass du nun schauen
musstest, welche Kleider zur neuen Frisur passen. Hat sich diese
Frage inzwischen auch gelegt, weisst du jetzt, welche Kleider
passen?
Ja, inzwischen weiss ich das, nämlich die, die mir überhaupt
noch passen, da ich ja mit dem Rauchen aufgehört habe und
dadurch die Ausbeute an Kleidern, die mir passen, geringer
geworden ist. Das geht schon fast in Richtung Dicklichkeit mit
Kurzhaarfrisur. Na ja, ich bin inzwischen 45, da kann ich nicht
mehr so viel Schokolade essen wie ich will oder früher konnte.
Und hat sich der Wirbel um deinen jüngeren Freund auch gelegt?
Ja. Man spricht nicht mehr vom Alter, sondern, dass wir noch
zusammen sind, aber darüber spreche ich öffentlich lieber nicht…
Dann fragen wir mal anders: Was ist dein Rezept, dass eine
Beziehung knackig bleibt?
Na ja, ich kann jetzt nicht sagen, ob ich eine allgemeine Regel
habe dafür, aber ich denke, dass es wichtig ist, dass man nicht
zusammenzieht, wenn man noch verliebt ist. Man sollte sich noch
eine Weile „fremd“ bleiben, und man darf auch Geheimnisse für
sich behalten. Dass man nicht von Anfang an den miesen Alltag
miteinander teilt, sondern den alleine für sich bewältigt. Und
dass man nicht gleich seine Wäsche mit wäscht und sich über
Zahnpastatuben streitet und solche Sachen… Ich glaube es tut
gut, dass man möglichst lange getrennt lebt.
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