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(28.03.2011/lp) Sie sind wieder da: Die Electro-Pop-Pioniere
aus den 80s, The Human League, mit einem neuen Album und einem
Auftritt in Zürich. Wir haben mit Susan gesprochen.
Es ist fast 10 Jahre her, seit dem letzten Album. Das ist eine
lange Zeit.
Ja, das stimmt schon, aber wir haben ja nie aufgehört zu
arbeiten. Es nicht so, dass wir 10 Jahre nichts gemacht haben und
nun zurückkommen, sondern, dass einfach unser letztes Album vor 10
Jahren erschienen ist.
Beim letzten Album ist ja etwas mit der Plattenfirma schief
gegangen…
Ja, just als das Album „Secrets“ herauskam, ist die Plattenfirma
Konkurs gegangen und wir hatten dadurch keine Promotionen
und die braucht man, damit die Leute wissen, dass ein neues
Album auf dem Markt ist. Ich glaube die Leute in Europa wussten
gar nicht, dass „Secrets“ herausgekommen ist. Als wir
kürzlich in Deutschland waren, um „Credo“ zu promoten, wussten
sie nichts von „Secrets“. Man braucht also diesen Support von der
Plattenfirma. Aber dass ist nicht das Ende der Welt: Wir haben
den Kopf nicht hängen lassen und sind einfach auf Tour gegangen
und haben nicht mal nach einer neuen Plattenfirma gesucht.
Auf dem Album-Titelbild sieht man euch gar nicht, sondern nur
Buchstaben. Welche Idee steckt dahinter?
Bisher haben wir immer ein bisschen auf glamouröse Covers
gesetzt, dieses Mal wollten wir, dass die Musik für sich selber
spricht. Es kann nicht immer darum gehen, wie wir aussehen und
wir sind ja auch schon älter geworden (lacht). Wir haben also
entschieden: Bandname, Titel, fertig.
George Michael hat seinen Song „Shoot the Dog“ auf einem Human
League-Sample aufgebaut. Wie war das für euch?
Weisst du, er war wenigsten so anständig und hat uns um
Erlaubnis gefragt – viele klauen oft, ohne nachzufragen. Aber
ja, ich mag George Michael und ich mag den Song und ein bisschen
Geld haben wir damit auch verdient (lacht). So gab es für
niemanden etwas auszusetzen und am Schluss waren alle happy…
Gab es einen Song auf dem Album "Credo", der besonders schwer
war?
Nein, es ging alles sehr leicht, es war easy, die Songs
aufzunehmen. Wir haben in zwei Studios aufgenommen: Der
Produzent in seinem Studio, dann hat er uns das Material
geschickt und dann haben wir die Vocals in unserem Studio
eingespielt.
Dann hattet ihr also eine gute Zeit?
Na ja, Vocals aufzunehmen ist trotz allem ein schwieriger Job,
du musst deine Arbeit sehr genau und konzentriert machen. Aber
es hat Spass gemacht!
Habt ihr beim Schreiben der Songs auch daran gedacht, dass sie
live funktionieren sollten?
Sicher, der Live-Aspekt ist bei uns sehr wichtig. Wenn jemand an
ein Human League Konzert kommt, dann hört er alles live. Sonst
kannst du ja zu Hause bleiben und die CD hören… Aber bei der
aktuellen Single „Never Let Me Go“ ist es allerdings eine
Herausforderung, da die Stimme mit Computer verzerrt ist, wir
setzten jedoch alles daran, dass es ähnlich klingt. Aber das
werden wir schon schaffen…
Am 16. April steht ihr in Zürich auf der Bühne. Ist es euer
erster Gig in der Schweiz?
Wir waren zwar schon mal für Promotion in der Schweiz, aber auf
der Bühne selbst werden wir das erste Mal stehen.
Wenn du zurück in die 80er Jahre schaust, im Bezug auf die
Musikindustrie, was hat sich vor allem geändert?
Alles! Damals hat es mehr Plattenfirmen als heute gegeben, sie hatten
mehr Geld, die Verträge waren länger angelegt. Und dann kommt
das… ich nenne es „Karaoke“-Singen, das dazu gekommen ist und
mir nicht gefällt. Es gibt so viele Leute da draussen, die gut
sind und ihre eigenen Songs schreiben und wenig bis gar keine
Beachtung bekommen. Es geht mir im Moment zu fest um
Showbusiness. Ich interessiere mich nicht dafür, auf irgendeiner
Titelseite zu sein, sondern auf der Bühne zu stehen, live zu
singen und ein gutes Konzert zu bieten.
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