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(09.02.10/lp) Pop,
Folk, Rock, Chansons: Gustav kocht sein eigenes Süppchen. Wir
haben mit dem Schweizer Sänger und Songwriter gesprochen.
Seine neue CD heisst "666", dreht man das Cover um, wird
daraus "999". Das sagt bereits einiges über Gustav
aus. Auf seinem neuen Album trotzt er dem Röstigraben: 6
Songs singt er in französischer, die 6 anderen in deutscher
Sprache. Damit nicht genug: Gustav könnte glatt als Schweizer
Prince durchgehen... Ein Blick auf's Booklet genügt:
Gustav spielt Gitarre, Mandoline, Vibraslap, Glockenspiel,
Euphonium, E-Gitarre, Ukulele, Mandola, er singt und liefert alle
Illustrationen dazu.
gay.ch: Erste Behauptung: Der Song "Bout Du Monde"
wäre ein idealer Eurovision-Song!
Gustav: Findest du? Ich finde den Song zu wenig popig für den
Eurovision. Er hat zu wenig Potential...
Zweite Behauptung: Deine Musik hat Zigeuner-Flair!
Das Zigeunerleben ist ein Wunschdenken von mir. Ich habe oft
Fernweh. Freut mich, dass das musikalisch so herüberkommt.
Dritte Behauptung: Gustag ist hyperaktiv!
Als Kind war ich ein Zappelphilipp und ein schlimmer Bube. Das hat
sich mit dem Alter gelegt. Aber auf der Bühne, da lebe ich
diese Seite von mir aus.
Wieso kannst du so viele Instrumente spielen?
Die Gitarre ist ein Saiteninstrument - wenn du die mal kannst,
dann kannst du leicht auch die anderen Instrumente spielen...
Ich habe in einem Forum gelesen, dass du auf der Bühne
Vollgas gibst. Man nennt dich eine absolute Wildsau...
Das ist für mich normal. Wenn ich auf der Bühne bin,
dann will ich schwitzen und am Schluss fertig sein, wie nach einem
Boxmatch.
Du machst seit über 10 Jahren Musik, hast du Nebenjobs machen
müssen, um dich finanziell über Wasser halten zu
können?
Als Musiker ist man Idealist, man hat das Bedürfnis Musik zu
machen - das rechnet sich nicht immer finanziell. Ich habe zum
Beispiel als Musiklehrer gearbeitet oder auch als
Radiospotsprecher. Aber der schlimmste Job, den ich gemacht habe,
war in einer Teppichfabrik: Da habe ich den ganzen lieben Tag an
einem Laufband Fusel mit einem Staubsauger eingesaugt...
Worin unterscheidet sich das Publikum in der Romandie und
in der Deutschschweiz?
Ich denke, es kommt auf den Club drauf an. Es ist ein Klischee,
dass die Romands lockerer drauf sind, als die Deutschschweizer.
Was ich nicht mache ist, wenn ich zum Beispiel im Welschland bin,
mehr französische Songs zu spielen: Ich ziehe das immer genau
gleich durch - Fifty-fifty Französisch und Deutsch. Ich sehe
mich da etwas als sprachlicher Brückenbauer. Da muss das
Publikum durch.
Welche Rolle hat Andi Hug von Patent Ochsner in deiner
Musikkarriere gespielt?
Eine Grosse! Andi war ehrlich zu mir und mir einmal gesagt, dass
das, was ich da mache, Unsinn sei. Damit hat er gemeint, dass ich
auf Hochdeutsch singe... Er hat mich dazu gebracht auf
Schweizerdeutsch zu singen und er hat mir viele Türe
geöffnet, welche ohne ihn geschlossen geblieben wären.
Du hast schöne Illustrationen zum Booklet
beigesteuert. Warst du schon immer ein Zeichner?
Na ja, in der Schulzeit eher, aber dann hab ich damit langsam
aufgehört - vor allem als ich bei den Aufnahmeprüfung an
die Kunsthochschule in Bern so schlecht abgeschnitten habe...
Für das Booklet hab ich mich mit Hugh D'Andrade in Verbindung
gesetzt, aber als ich ihm erzählt habe, dass ich der Gustav
bin und Musiker bin und so, kam nichts mehr zurück. Ich habe
ihn wohl irgendwie erschreckt (lacht). Dann hab ich es selber in
die Hand genommen. Man sieht es schon: Ich hab mich schon von
seinem Scherenschnitt-Style inspirieren lassen... Aber jetzt hab
ich das wieder sein lassen.
Im Jahr 2007 hast du in einem Interview folgendes gesagt.
"Ich bin auf dem Weg Rockstar zu werden". Wie denkst du
heute darüber?
Vielleicht bin ich für den einen oder anderen Fan so etwas
wie ein Rockstar, aber die Aussage ist ironisch gemeint.
Mit wem möchtest du einmal ein Duett machen?
Wenn schon, denn schon: Zum Beispiel mit Barbra Streisand.
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