(20.12.11/dom)
Der letzte Fleck Europas, wo Homosexualität nach wie vor
illegal ist, könnte endlich verschwinden: Der nordzypriotische
Regierungschef Dervis Eroglu würde ein entsprechendes Gesetz
unterzeichnen...
Der Druck, welcher von den Mitgliedern der Europäischen
Parlaments aufgebaut wurde, war enorm und bracht schliesslich
auch den türkischen Regierungschef Nordzyperns zum Einknicken.
Er erklärte in einer Stellungnahme, dass er ein Gesetz
unterschreiben und damit einführen würde, welches Homosexualität
entkriminalisieren würde. Dass dieses Gesetz dringend nötig ist,
zeigt alleine schon die Tatsache, dass erst im vergangenen
Oktober zahlreiche Männer verhaftet wurden, weil sie eine
homosexuelle Straftat begangen haben sollen (gay.ch
berichtete) - darunter auch den ehemaligen Finanzminister
Nordzyperns.
Nordzypern ist der letzte Ort in Europa, wo Homosexualität nach
wie vor illegal und per Gesetz verfolgt wird. Es hätte einige
Bedenken gegeben über die Menschenrechtssituation in nördlichen
Teil Zyperns, erklärte Marina Yannakoudakis, die konservative,
britische Abgeordnete des Europaparlaments. Mit den
Zugeständnissen von Eroglu, dass er Homosexualität legalisieren
wolle, unternehme er nun konkrete Schritte, mit welchen er die
Möglichkeit schafft, dass alle, welche im nördlichen Teil
Zyperns leben, die selben Menschenrechte haben wie alle anderen
Europäer.
Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments forderten aber
nicht nur die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Liebe,
sondern auch noch weitere Anpassungen im Strafgesetz. So soll im
neuen Gesetz auch stehen, dass nicht nur Mädchen und Frauen
Opfer von sexueller Gewalt und sexuellem Missbrauch sein können,
sondern auch Knaben und Männer.
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