WELTWEIT: Weiterhin steigende HIV-Zahlen bei MSM
family image(20.07.12/dom) Im Rahmen der Welt-Aids-Konferenz, welche in Washington DC stattfand, erklärte die UN, dass der Kampf gegen HIV/Aids weltweit gesehen langsam Wirkung zeige – ausser bei den Männern, welche mit Männern Sex haben (MSM). Dieser Umstand führte hierzulande zu einer teils fragwürdigen Berichterstattung in den Zeitungen...

Die Zahl der Neuinfektionen bei Männern, welche mit Männern Sex haben, nimmt nach wie vor zu, während der globale Kampf gegen HIV/Aids ansonsten langsam seine Wirkung entfaltet. Diese Fakten lassen sich nicht wegdiskutieren, führen in der Schweiz aber auch zu teils fragwürdigen Zeitungsartikeln. So titelt etwa „20 Minuten online“, dass die Prävention versagt habe, und schreibt im Artikel, dass etwa in der Karibik bereits jeder vierte Schwule mit dem HI-Virus infiziert sei, gefolgt von Afrika und Nordamerika. Dabei wird in der Berichterstattung aber ausser Acht gelassen, dass es gerade in den allermeisten Ländern der Karibik und Afrikas gar keine Prävention gibt, welche auf die schwulen Männer zugeschnitten ist. So ist Homosexualität, oder der gleichgeschlechtliche Sexualakt, in der Mehrheit der Länder der Karibik und Afrikas illegal, sprich, eine entsprechende Aufklärung ist gar nicht möglich. In Ländern wie Jamaika, Uganda, Ghana, Senegal und anderen mehr, werden Männer, welche bloss im Verdacht stehen, mit anderen Männern Sex zu haben, regelrecht verfolgt und teilweise gar ermordet. Auch die Behörden machen Jagd auf sie und verdonnern sie teilweise zu mehrjährigen Haftstrafen. Damit werden die Schwulen in den Untergrund gedrängt, wo sie kaum für Präventionsarbeit greifbar sind.

Ein ähnliches Phänomen wird wohl bald auch in Russland bemerkbar werden. Homosexualität ist dort zwar legal, doch etwa in St. Petersburg und anderen Provinzen wurden Gesetze eingeführt, welche die so genannte "Gay Propaganda" unter Strafe stellt. Damit wird jegliches positive Darstellen von Homosexualität in der Öffentlichkeit verboten (gay.ch berichtete). Eine Aufklärung bezüglich Aids und HIV bei Sex unter Partnern des gleichen Geschlechts wird damit via den Schulen und via Medien verunmöglicht.

Trotzdem, die Zahlen, welche an der Welt-Aids-Konferenz präsentiert wurden, sind gerade in Bezug auf die Gay Community erschreckend und machen deutlich, dass noch mehr Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Aufklärungs- und Präventionsarbeit gerade bei den Männern, welche mit Männern Sex haben zu intensivieren. Dazu gehört auch, dass sich europäische und nordamerikanische Staaten ebenfalls verstärkt dafür einsetzen, um die Toleranz und Akzeptanz gegenüber Homosexualität weltweit zu fördern. Nur wenn die gleichgeschlechtliche Liebe legalisiert und von der Gesellschaft akzeptiert wird, kann auch die Prävention in diesen Ländern, in welchen Homosexualität noch kriminalisiert wird, entsprechend verbessert werden.
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