(18.07.10/dom)
Ultrakonservative und Rechtsradikale versuchten die Parade
der EuroPride in der polnischen Hauptstadt zu verhindern. Es kam
auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Es war ein Risiko, die EuroPride in Warschau zu
organisieren, das war von Anfang an klar, doch es scheint sich
gelohnt zu haben - trotz der gewaltbereiten Gegendemonstration.
Am vergangenen Samstag fand die Parade als Höhepunkt der
EuroPride Warschau statt. Mehrere zehntausend Schwule, Lesben
und Transgender aus ganz Europa reisten extra nach Polen um
nicht zu letzt auch der dortigen Community, welche es alles
andere als einfach hat, ihren Support zu beweisen.
Und dieser Support aus dem Ausland war nötig: Denn noch immer
wagt es nur eine Minderheit der polnischen Schwulen, Lesben und
Transgender in der Öffentlichkeit zu ihrer sexuellen
Orientierung zu stehen. Der Grund dazu wurde auch schnell
deutlich, als sich teilweise schon sehr bizarre Szenen im Umfeld
der Parade abspielten.
So stand etwa ein Geistlicher am Rande des Demonstrationszugs,
der die Teilnehmer mit Weihwasser zur "Vernunft" bringen wollte.
Rund 2000 Polizisten waren zudem im Einsatz um die Parade vor
den Gegendemonstranten zu schützen. So haben Rechtsradikale,
Ultranationalisten und verschiedene christliche Gruppierungen
bereits im Vorfeld zur Störung der EuroPride aufgerufen . So flogen dann bald auch
Flaschen und Eier in Richtung der EuroPride-Teilnehmer. Die
Polizei konnte darauf aber rund acht Personen festnehmen. Die
Gegendemonstranten skandierten auch immer wieder homophobe
Parolen.
Es war die erste EuroPride in einem ehemaligen Ostblockstaat,
und es führte vor Augen, dass es gerade in diesen Ländern noch
ein weiter Weg zu Toleranz und Akzeptanz gegenüber Schwulen und
Lesben ist. So wurde die EuroPride zwar von den Behörden
offiziell genehmigt, doch die Bürgermeisterin zeigte sich nicht,
wie an anderen Orten üblich, um den Teilnehmern ihren Support
auszusprechen. |