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RUSSLAND: Auch neuer Moskauer Bürgermeister gegen Pride
family image(01.10.10/dom) Die Hoffnung wehrte nur kurz: Nachdem der bisherige Bürgermeister der russischen Hauptstadt Moskau, Juri Luschkow, entlassen wurde (gay.ch berichtete), hat Wladimir Resin nun das Amt vorübergehend übernommen. Wie schon Luschkow, so spricht sich auch Resin für ein Verbot der "Moscow Pride" aus.

Ganze fünf Mal hat der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow die "Moscow Pride" zwischen 2006 und 2010 verboten. Aufgrund dessen ist auch noch eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte hängig, da dieses Verbot gegen die Meinungs- und Versammlungsfreiheit verstosse, finden die Befürworter der Pride. Nun, da Juri Luschkow am Montag vom russischen Staatspräsidenten Dmitri Medwedew fristlos entlassen wurde, keimte die Hoffnung bei den Schwulen und Lesben auf, dass der Nachfolger möglicherweise das Verbot aufheben würde, und dass die "Moscow Pride" mit der behördlichen Zustimmung durchgeführt werden kann. Diese Hoffnung hat sich nun allerdings - zumindest vorübergehend - wieder zerschlagen.

Wladimir Resin, welcher das Amt des Oberbürgermeisters vorübergehend übernommen hat, dementierte ersten Berichte, dass er sich für die "Moscow Pride" ausspreche. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti erklärte Resin, dass er nicht davon gehört habe. Er setzte sich dafür ein, dass jeder gleich gehandelt werde, doch in diesem Fall werde er den Antrag nicht unterstützen. Damit bleibt der interimistisch regierende Bürgermeister Resin zumindest in diesem Punkt der Linie von Luschkow treu. Ob Wladimir Resin das Amt des Oberbürgermeisters von Moskau nach der Übergangsphase auch fest übernehmen kann, ist nicht bekannt. Möglicherweise wird aber auch ein neuer Nachfolger bestimmt.

Dass es Schwule und Lesben in Russland alles andere als einfach haben, zeigte jüngst der Fall des Schwulenaktivisten Nikolai Aleksejew (gay.ch berichtete). Dieser wurde kurzerhand vom russischen Geheimdienst am Flughafen von Moskau festgenommen und verschleppt. Erst nach massiven internationalen Protesten wurde er ein paar Tage später wieder freigelassen. Das Ganze war wohl eine Drohgebärde, da Aleksejew eine Klage gegen die Behörden beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht hat, da ein Verbot der Moscow Pride seiner Meinung nach gegen die Meinungs- und Versammlungsfreiheit verstosse. Wer den Befehl für diese Verhaftung am Flughafen gegeben hat und wer alles involviert war, ist noch nicht geklärt.