(06.08.12/dom)
Es waren aufregende Tage für LGBT-Community in Vietnam: Erst
äusserte sich der Justizminister überraschend wohlwollend
gegenüber Marriage Equality, und am Sonntag fand nun in der
Hauptstadt Hanoi mit der "VietPride" die erste offizielle Gay
Pride des Landes statt.
Über hundert Teilnehmer nahmen am Sonntag an der ersten Gay
Pride in Vietnam teil und machten den Event zu einem grossen
Erfolg. Der Startschuss für die Parade erfolgte am Morgen beim
National Stadium und führte darauf auf einer rund zehn Kilometer
langen Route quer durch die Innenstadt in einen Park. Aufgrund
der langen Route fuhren die Teilnehmer auf Fahrrädern und
Motorrädern. Sie hatten Regenbogenfahnen bei sich und auf
Transparenten zeigten sie ihre Forderungen öffentlich.
Noch vor wenigen Jahren wäre eine solche Pride undenkbar
gewesen, denn die staatlich kontrollierten Medien, wie auch die
Politik verdammten Homosexualität als Sünde und sie setzten die
gleichgeschlechtliche Liebe mit Drogensucht und Prostitution
gleich. Doch dieses Tabu scheint langsam aufzubrechen, und sogar
die staatlichen Medien haben begonnen neutral und aufklärend
über Schwule und Lesben zu berichten. Für viel Aufsehen sorgte
zudem der Justizminister, welcher vor einigen Tagen in einem
Onlinechat die Einführung von Marriage Equality angedeutet hat (gay.ch
berichtete). Damit liefert sich Vietnam mit Nepal ein Kopf an
Kopf-Rennen darum, welches Land als Erstes in Asien die Ehe für
schwullesbische Paare öffnet.
Diese Ankündigung des Justizministers war den auch das grosse
Thema an der Gay Pride vom Sonntag. Auch wenn es noch etwas
dauern werde, erklärte beispielsweise ein junger Demonstrant,
sei es schon mal gut, dass überhaupt über dieses Anliegen
öffentlich diskutiert werden könne. Eine solche Veränderung
brauche einfach Zeit. Viele Vietnamesen wüssten noch immer
nicht, dass es Schwule, Lesben und Transgender überhaupt gibt.
Website der VietPride:
LINK
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