(22.10.12/dom)
Er hat den Ruf als Wendehals schon länger, und dies beweist
der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney auch in
diesen Tagen wieder eindrücklich: Diesmal in Bezug auf das
landesweite Verbot der Homo-Ehe…
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Mitt Romney in Bezug
auf schwullesbische Belange als Flip-Flopper in Szene setzt. So
kündigte erst vor wenigen Tagen eine Sprecherin des
republikanischen Präsidentschaftskandidaten an, dass Romney es
nicht unterstütze, dass die gleichgeschlechtliche Ehe per
US-Verfassung verboten werde. Klingt durchaus positiv für einen
Republikaner, welcher notabene mit Paul Ryan einen äusserst
konservativen Vize-Präsidentschaftskandidaten an Bord geholt
hat. Doch wohl aus Angst seine konservative Wählerschaft zu
verärgern, ist dieses Statement, welches Romney via seiner
Sprecherin abgab, offenbar bereits wieder vergessen.
Kurz nach
dem zweiten Rededuell zwischen Obama und Romney erklärte die
Sprecherin noch, dass es Mitt Romney den Bundesstaaten selber
überlassen werde, ob sie die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare
öffnen wollen oder nicht, was eben bedeutet, dass er die so
genannte Homo-Ehe nicht per Verfassung im ganzen Land verbieten
möchte. Romney sei gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, das habe
er klar gemacht, doch, er favorisiere auch sehr stark den
zehnten Zusatzartikel der Verfassung, dass dies eine
Angelegenheit für die Bundesstaaten selber sei.
Doch nun krebst sein Team offenbar bereits wieder zurück: Nur
wenige Tage später gelangte nun nämlich die gleiche Sprecherin wieder an die
Öffentlichkeit in dieser Angelegenheit und erklärte in einem
schriftlichen Statement genau das Gegenteil. Gouverneur Romney
unterstütze einen Zusatzartikel in der US-Verfassung, welcher
die Ehe als eine Institution zwischen einem Mann und einer Frau
festschreibe, liess die Sprecherin verkünden - faktisch also ein
Verbot der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. So fügte die
Sprecherin allerdings noch hinzu, dass Romney aber auch den
zehnten Zusatzartikel unterstütze, wonach die Bundesstaaten
selber entscheiden können, ob sie gleichgeschlechtlichen Paaren
gewisse Rechte, wie etwa in Bezug auf Adoption oder das
Besuchsrecht in Spitälern, zusprechen möchte. Dies habe aber
nichts mit dem Recht auf eine Ehe zu tun.
Fazit: Wortakrobatik auf höchstem Niveau, um ja keine
Wählergruppe zu verärgern, und damit jeder in den Aussagen das
hören kann, was er hören möchte. Dies wohl nicht zuletzt
deshalb, weil das Rennen um das Amt des Präsidenten immer enger
zu werden scheint.
Bereits im vergangenen Mai sorgte Mitt Romney bezüglich seiner Aussagen für ziemlich Verwirrung. In der
erzkonservativen Sendung „Fox News“ erklärte er damals, dass
wenn zwei Menschen des gleichen Geschlechts zusammen leben
wollen, eine liebevolle Beziehung haben und sogar Kinder
adoptieren möchten, dann sollten sie seiner Ansicht nach das
Recht haben, dies zu tun. Dies sei auch in seinem Bundesstaat,
wo er Gouverneur ist, möglich. Doch bereits Tags darauf, klang
das Ganze schon wieder etwas anders: Er habe die Realität, dass
die meisten Bundesstaaten den gleichgeschlechtlichen Paaren die
Adoption erlauben, nur akzeptiert, er unterstütze dieses
Anliegen aber nicht. Noch etwas später wollte Romney dann noch
weniger seine Meinung kundtun, indem er sagte: Er stelle ganz
einfach nur fest, dass alle Bundesstaaten die Adoption durch
gleichgeschlechtliche Paare erlauben, bis auf einen. Punkt.
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