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UPDATE: USA: "Don't Ask, Don't Tell"-Regel (fast) aufgehoben
Bild: Obama(28.05.10/dom) Die "Don't Ask, Don't Tell"-Regel, welches schwulen und lesbischen Angehörigen der US-Armee verbietet sich zu outen, ist vom Repräsentantenhaus aufgehoben worden.

Sowohl das US-Repräsentantenhaus, wie auch der Armee-Ausschuss des Senats haben beschlossen das aus der Ära Clinton stammende Gesetz - ein typischer Kompromiss - zu streichen. Nun fehlt es nur noch, dass auch der gesamte Senat noch für eine Abschaffung stimmt. Die Aufhebung der "Don't Ask, Don't Tell"-Regel wurde mit dem Budget des Verteidigungsministerium gekoppelt, wodurch die Chancen für Annahme des ganzen Pakets gestiegen sind. Am Donnerstagabend haben die Abgeordneten nun mit 234 zu 194 Stimmen für das Budget, und damit auch für die Aufhebung des Gesetzesartikels gestimmt.

Gleich nach der Abstimmung meldete sich auch US-Präsident Barack Obama zu Wort: Er begrüsste die Entscheidung des Repräsentantenhauses. Er war es auch, der diesem Anliegen der Gay Community mehr Gewicht zusprach. So hat er die Aufhebung der "Don't Ask, Don't Tell"-Regel auch anfangs Jahr in seiner Rede zur Lage der Nation erwähnt. Bis zuletzt haben die Republikaner jedoch versucht, die Aufhebung zu verhindern. Sie befürchteten, dass Schwule und Lesben die Moral der Truppe beeinträchtigen könnten.

Die "Don't Ask, Don't Tell"-Regel war von Präsident Bill Clinton eingeführt worden. Zuvor war es Homosexuellen nicht erlaubt, der US-Streitkräften beizutreten. Mit dem Kompromiss erreichte er zumindest, dass sie zur Armee können, sich dort aber nicht outen dürfen. Im Gegenzug dazu, werden sie aber auch nicht nach ihrer sexuellen Neigung gefragt.

Nachdem nun das Repräsentantenhaus zugestimmt hat, fehlt nur noch die Entscheidung des Senats. Danach müssen noch Präsident Obama, sowie Verteidigungsminister Robert Gates sowie der US-Generalstabschef Michael Mullen zustimmen. Dies dürfte jedoch nur noch eine Formsache sein, denn auch Gates hat sich für eine Aufhebung des Artikels ausgesprochen. Er erklärte nur, dass er gerne noch zugewartet hätte. Das Pentagon ist nämlich derzeit an einer Studie, mit welcher bewiesen werden soll, dass Schwule und Lesben keine Auswirkungen auf die Moral und die Schlagfertigkeit der Armee haben. Mit dem Ergebnis aus diesen Untersuchungen wollten Gates, wie auch Mullen die nötige Legitimation für eine Abschaffung der "Don't Ask, Don't Tell"-Regel voraussetzen - doch nun ist ihnen die Politik offenbar zuvor gekommen.
 
USA: Wieder Debatte um "Don't Ask, Don't Tell"-Regel
(25.05.10/dom) Ob es genug Stimmen gibt, damit die "Don't Ask, Don't Tell"-Regel fällt, ist nicht klar, doch noch in dieser Woche soll offenbar im US-Kongress darüber abgestimmt warden, ob Schwule und Lesben neuerdings offiziell und geoutet in der US-Army dienen dürfen.

Alleine von 1997 bis 2008, aus diesen Jahren gibt es Statistiken, wurden in den USA rund 10'500 Armeeangehörige aus der US-Army ausgeschlossen, weil sie es gewagt haben, sich als schwul oder lesbisch zu outen. Während Schwule und Lesben früher gar nicht dienen durften, wurden sie unter Präsident Clinton zwar zur Armee zugelassen, sie durften sich jedoch nicht outen. Im Gegenzug dazu, wurden sie auch nicht nach ihrer sexuellen Neigungen befragt - eben "Don't Ask, Don't Tell". Entstanden ist dieses Gesetz damals als klassischer Kompromiss. Wie Barack Obama bereits vor seiner Wahl zum US-Präsidenten verkündet hat, möchte er mit diesem Gesetz brechen und Schwule und Lesben offiziell zum Dienst in der Armee erlauben.

Derzeit ist das US-Verteidigungsministerium daran, eine Studie zu erarbeiten, um die möglichen "Auswirkungen" dieses Gesetzes zu untersuchen. Wie lange es dauert, bis diese Ergebnisse vorliegen ist indes nicht bekannt. Während die Politiker im Weissen Haus gehofft haben, dass die Kongressabgeordneten warten würden, bis diese Untersuchungen abgeschlossen sind, wollen diese nun aber offenbar vorwärts machen und die Abstimmung bereits in den kommenden Tagen durchführen. Sowohl laut den Befürwortern, den Demokraten, und der Gegner, den Republikanern, ist unklar, ob die Anzahl der Stimmen reichen wird, um das "Don't Ask, Don't Tell"-Gesetz zu kippen. Das Weisse Haus wollte quasi den Segen der Streitkräfte holen, damit man den Vorwurf entkräften kann, dass die Demokraten zu voreilig entschieden hätten, zudem würde es wohl auch mehr Stimmen geben. Dass das Pentagon sich gegen Schwule und Lesben in der Armee stellen wird, ist nicht zu erwarten. Aber auch wenn der Kongress das Gesetz nun abschaffen sollte, so haben immer noch Präsident Barack Obama, Verteidigungsminister Robert Gates, sowie der ranghöchsten Offizier der Armee, Admiral Mike Mullen, zuzustimmen. Diese könnten dann immer noch zuwarten, bis die Ergebnisse aus dem Verteidigungsministerium vorliegen, um damit die Entscheidung des Kongress zu untermauern. Dass Obama generell für die Öffnung des Militärs ist, hat er bereits während seiner Rede zur Lage der Nation anfangs 2010 bekräftigt, doch wird ihm derzeit vorgeworfen, dass er zuwenig schnell voranschreitet mit der Umsetzung.

Über das Wochenende und auch noch am vergangenen Montag haben sich verschiedenste Abgeordnete des Kongress, aber auch aus dem Weissen Haus mit Gay-Aktivisten getroffen um sich ein Bild über die genauen Forderungen der Schwulen und Lesben zu machen. So suchen sie auch nach unterschiedlichen Lösungsansätzen, wie die geplante Aufhebung der "Don't Ask, Don't Tell"-Regel die Abstimmung im Kongress überstehen könnte. So wird unter anderem in Betracht gezogen, dass die Abstimmung mit der Budgetabstimmung über die Ausgaben der US-Army zusammengefasst werden könnte, die Einführung dann aber erst dann statt findet, wenn das Pentagon seine Resultate ihrer Untersuchungen bekannt gegeben hat.

Das die Abstimmung im Kongress knapp ausfallen könnte ist beiden Seiten bewusst. Aus diesem Grund mahnt vor allem die Regierung zur Vorsicht, um das Ziel, die Abschaffung der Regel zu erreichen. So erklärte Verteidigungsminister Robert Gates, dass es damals 1948 ganze fünf Jahre gebraucht habe, bis die Frage der Hautfarbe damals gelöst wurde. Er meine nun aber nicht, dass es auch in diesem Fall solange gehen muss, aber es solle alles sehr sorgfältig geplant werden. Vom rechten Flügel der Republikaner heisst es wiederum, dass die Amerikaner nicht wollen, dass die Armee für liberale, politische Anliegen missbraucht werde. Aus diesem Grund würden sie sich gegen die Aufhebung der geltenden Regeln aussprechen. Sie fordern zudem, dass die Untersuchung des Pentagon abgewartet werden soll. Ob dies jedoch etwas an ihrer Haltung ändern wird, darf bezweifelt werden.

In der Bevölkerung haben die Schwulen und Lesben offenbar bereits den nötigen Rückhalt: So sprachen sich in einer Gallup-Umfrage rund 70 Prozent dafür aus, dass Homosexuelle offiziell in der Armee dienen dürfen.