(12.01.09/dom)
Gestern wurde der Prozess um die so genannte Homo-Ehe im
US-Bundesstaat Kalifornien wieder eröffnet. Damit hat erneut
ein langwieriges Verfahren begonnen, welches möglicherweise
bald auch noch das Oberste Gericht in Washington beschäftigen
könnte.
Der Streit der Befürworter der Homo-Ehe und deren Gegner im
US-Bundesstaat Kalifornien scheint sich immer mehr zu einer
unendlichen Geschichte zu entwickeln. An diesem Montag hat man sich
einmal mehr vor Gericht, diesmal vor einem Bundesgericht in San
Francisco, getroffen. Diesmal klagen verschiedene schwullesbische
Paare gegen den Bundesstaat, weil er ihnen das Recht auf die
Eheschliessung verweigere. Die Ehe, so argumentieren aber ihre
Gegner, sei als Bindung zwischen Mann und Frau definiert, und aus
diesem Grund sei die Ehe auch zu schützen.
Die Onlineplattform "YouTube" hat angekündigt, den
Prozess live wie Internet zu übertragen. Nur wenige Stunden vor
Prozessbeginn haben die Richter dann aber geurteilt, dass die
Übertragung nicht durchgeführt werden dürfe, dies auf
Wunsch der Gegner der Homo-Ehe. Sie machten geltend, dass die
Zeugen, welche vor der Kamera aussagen würden, von der
Öffentlichkeit eingeschüchtert würden. Doch die
Befürworter wollen dieses Urteil nicht einfach so hinnehmen.
Sie wollen erreichen, dass der Prozess doch noch im Internet
übertragen werden könne, da sie damit erreichen wollen,
dass das Publikum mehr über die Wünsche von
gleichgeschlechtlichen Paare erfährt, und dass die Thematik
verstärkt auch öffentlich diskutiert wird.
Der Rechtsstreit zwischen den Befürwortern und der Gegner der
so genannten Homo-Ehe geht schon Jahre zurück. Einen
Höhepunkt wurde 2008 erreicht, als ein Gericht in Kalifornien
die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare für legal
erklärte. Rund 18'000 Ehen wurden darauf von schwullesbischen
Paaren geschlossen. Doch, die Freude in der Community war nur von
kurzer Dauer. Die Gegner begannen Unterschriften zu sammeln und
erzwangen damit eine Volksabstimmung. Zur Überraschung aller wurde
das Referendum, welches den Titel "Proposition 8" trug,
mit knapper Mehrheit gutgeheissen, und die Homo-Ehe wurde nach nur
sechs Monaten wieder verboten. Die bereits geschlossenen Ehen, wie
unter anderem jene von Ellen DeGeneres und Portia de Rossi, oder von
Star-Trek-Schauspieler George Takei und Brad Altman, blieben
weiterhin gültig.
Das Verbot der Homo-Ehe per Volksabstimmung wollen die Schwulen und
Lesben nicht auf sich sitzen lassen. Zumal Details rund um die
Finanzierung des Abstimmungskampfes der Gegner gezeigt haben, dass
das Geld vor allem von benachbarten Bundesstaaten nach Kalifornien
floss, um mit einer massiven Kampagne gegen die Öffnung der Ehe
vorzugehen. Aus diesem Grund wurden kurz nach bekannt werden des
Abstimmungsergebnisses gleich wieder neue Klagen eingereicht.
Diesmal waren verschiedenste gleichgeschlechtliche Paare an der
Reihe, und deren Prozess hat nun in dieser Woche in San Francisco
begonnen.
Egal wie das Urteil aus diesem Prozess nun ausschauen wird: Es gilt
als höchstwahrscheinlich, dass die eine, oder die andere Seite,
das Urteil bis vor das Höchste Gericht in Washington D.C.
weiterziehen wird. |