templates image

USA: Romneys Vize Paul Ryan und die Gays
family image(13.08.12/dom) Er wettert zwar nicht mit irgendwelchen Hasstiraden öffentlich gegen die Gays, doch trotzdem, die Bilanz in punkto LGBT-Anliegen ist bei Mitt Romneys Vize-Präsidentschaftskandidat Paul Ryan mehr als dürftig... Er stimmte gegen sämtliche Forderungen der Schwulen und Lesben - bis auf einmal...

Generell mag er es nicht, über soziale Belange und über LGBT-Anliegen zu diskutieren, sieht er sich doch vielmehr als Finanzexperte und Wirtschaftsmann. Er weicht diesen Themen stets mehr oder weniger geschickt aus und beschuldigt gar die Medien, diese Belange künstlich aufzublasen und in den Fokus zu stellen, wenn es doch viel wichtigeres gebe. So präsentierte er sich etwa bei einem Interview ziemlich dünnhäutig, als er auf seine Ansichten in Bezug auf Marriage Equality angesprochen wurde. Er sei hierhergekommen um über die Schuldenkrise und das Budget zu sprechen, als er darauf angesprochen wurde. Er unterstütze das Gesetz, wie es in Wisconsin gelte, welches die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau beschreibe. Er verstehe aber nicht, weshalb alle soviel Zeit verlieren, über dieses Thema zu sprechen. Man habe eine Schuldenkrise und die Regierung habe ein Budget präsentiert, welches zu noch mehr Schulden führen werde, erklärte er sichtlich genervt.

Die Human Rights Campaign (HRC), eine Organisation in Washington DC beheimatet, welche auch politisch Einfluss nimmt um die LGBT-Themen zu vertreten und dafür zu lobbyieren, hat Paul Ryan mit seiner jetzigen Nominierung als Vize-Präsidentschaftskandidat genauer unter die Lupe genommen und sein Abstimmungsverhalten und seine Positionen als Abgeordneter im US-Kongress untersucht. So versuchte Ryan zusammen mit den Republikanern im Jahr 2007 zuerst den „Employment Non-Discrimination Act“ (ENDA), welcher Arbeitnehmer unter anderem von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung schützen soll, auf die lange Bank zu schieben oder gar ganz zu verhindern. Er stimmte nämlich dafür, dass er zurückgewiesen werden soll. Als dieser Antrag aber scheiterte, und es 2008 dann schliesslich zur Abstimmung kam, stimmte er dann aber doch für ENDA, aber das blieb bei einer einmaligen "Entgleisung".

Nach diesem schwierig zu durchschauenden „Spiel“ stimmte Paul Ryan nämlich nur noch gegen Anliegen der LGBT-Community, wobei er sich offenbar meist einfach der Mehrheit in seiner Partei anschloss, ohne sich in irgendeiner Form über seine persönlichen Ansichten zu äussern. So stimmte er gegen ein Gesetz, welches Hassverbrechen härter bestraft und er stimmte im Jahr 2010 auch dagegen, dass „Don’t Ask – Don’t Tell“ abgeschafft wird. Ob er persönlich ebenfalls diese Haltung vertritt ist allerdings nicht sicher. Von der Organisation Human Rights Campaign erhielt er jedenfalls sehr schlechte Noten in Bezug auf seine Offenheit für LGBT-Anliegen - ja, er wurde gar als Anti-Gay und Anti-Frauen abgestempelt, ist seine Haltung gegenüber den Anliegen von Frauen nämlich auch nicht viel besser.

Ryan Paul gehört zwar nicht zu jenen, welche in ihren Reden mit Hassparolen um sich werfen, wie etwa Michele Bachmann oder Rick Santorum, aber sein Abstimmungsverhalten verrät trotzdem, dass er nichts von den Rechten für Schwule und Lesben hält, sei es in Bezug auf die Ehe, in Bezug auf Steuergerechtigkeit oder auf irgendein anderes Thema. Dass er nicht darüber spricht, macht es aber nicht besser, denn offenbar haben mittlerweile auch die Republikaner gemerkt, dass man sich mit Anti-Gay-Rhetorik aufs Abstellgeleise manövriert. Die Zustimmung für LGBT-Belange ist in der amerikanischen Bevölkerung in den vergangenen Jahren nämlich stetig angestiegen, und erstmals gibt es gar eine Mehrheit für Marriage Equality (gay.ch berichtete)...
Halte Dich auf dem Laufenden: