(05.10.12/dom)
Orlando Cruz schreibt Geschichte – der Puerto Ricaner hat
sich als erster, immer noch aktiv an Wettkämpfen teilnehmender
Boxer geoutet.
Im Alter von sieben Jahren stand er erstmals im Ring und
begann mit dem intensiven Training. Nun, 24 Jahre später hat
sich Orlando Cruz entschieden, sich öffentlich als schwul zu outen. Der Beweggrund so einfach wie einleuchtend: Seine
Karriere befinde sich weiter im Aufwind, und er wolle endlich
ehrlich zu sich selber sein. Damit ist er der erste Profi-Boxer,
der sich öffentlich als schwul geoutet hat.
Er wolle auch das beste Vorbild für jene Kids sein, welche sich
für Boxen und eine mögliche Profi-Karriere interessieren
könnten, schickte Cruz seinem Outing hinterher. Er sei immer und
werde immer ein stolzer Puerto Ricaner sein - und er sei immer
und er werde immer ein stolzer Gay sein.
Orlando Cruz mischt in seiner Kategorie ganz vorne mit: Er
kämpft im Feder-/Leichtgewicht und wird dort auf der Rangliste der World Boxing Organization, kurz WBO, auf Rang 4 geführt. Bis im Jahr
2000 stand er als Amateur im Boxring und gewann sieben nationale
Titel in den USA und sieben Goldmedaillen bei internationalen
Wettkämpfen. Doch dann wurde er für Puerto Rico an die
Olympischen Spiele in Sydney geschickt, was für ihn zu einem
Highlight in seiner Karriere wurde. Er war dafür zusammen im
Team mit den beiden World Champions Miguel Cotto und Ivan
Calderon. Danach wurde er Profi-Boxer und am 15. Dezember 2000
gewann er gegen Alfredo Valdez seinen ersten Profi-Kampf. Den
ersten Titel holte er sich am 22. März 2008.
Am 19. Oktober 2012 wird Orlando Cruz seinen nächsten Boxkampf
haben, und wieder steht viel auf dem Spiel. Im amerikanischen Kissimmee im
Bundesstaat Florida verteidigt er den WBO NABO-Titel gegen
Jorge Pazos. Würde er dort gewinnen, hat er eine sehr gute
Ausgangslage auch mal einen Major Title nach Hause zu holen.
Bereits früher hat sich der Boyer Emile Griffith als bisexuell geoutet,
aber dies erst nachdem er als Profi zurückgetreten ist. Er
kämpfte in den 50er und 60er Jahren und schaffte es bis zum
Schwer- und Mittelgewichts-Champion. Griffith ist heute 74 und
leidet an Demenz.
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