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USA: LGBT demonstrieren in NYC gegen “Stop-and-Frisk”
family image(20.06.12/dom) Es ist das erste Mal überhaupt, dass die LGBT-Community mit Schwarzen zusammen auf die Strasse geht, um sich für eine gemeinsame Sache einzusetzen. Der Grund: Die Zahl jener Personen, welche durch die Polizei angehalten, befragt und durchsucht wurden, ist im letzten Jahrzehnt in New York City förmlich explodiert – nämlich von 97‘000 auf rund 685‘000 Personen im vergangenen Jahr.

Es sind vor allem Schwarze und Hispanics, welche von dieser “Stop-and-Frisk”-Praxis der New Yorker Polizei betroffen sind. Während 2001 noch 97‘000 Personen angehalten und untersucht wurden, weil man sie verdächtigte, etwas Illegales gemacht zu haben, so waren es im vergangenen Jahr bereits schier unglaubliche 685‘000, welche vom NYPD kontrolliert wurden – davon vor allem Schwarze und Hispanics, und mit grosser Mehrheit junge Männer. Rund die Hälfte davon wurden durchsucht und rund zehn Prozent davon wurden schlussendlich verhaftet. Um diese Thematik öffentlich zu machen, haben nun verschiedene Organisationen, darunter auch aus der LGBT-Community, zu einem Schweigemarsch aufgerufen.

Am Sonntag marschierten einige tausend Demonstranten absolut stillschweigend von Harlem auf der Fifth Avenue entlang dem Central Park um sich nach etwa 30 Blocks beim Haus von Bürgermeister Michael Bloomberg an der East 79th Street Ecke Fifth Avenue in Upper East Side zu treffen. Dort war es dann vorbei mit der Ruhe: Die Demonstranten verschafften sich lauthals Gehör um ihre Forderung zu unterstreichen. Das Haus war von der Polizei jedoch abgeriegelt worden, es ist zudem auch nicht bekannt, ob Michael Bloomberg zu diesem Zeitpunkt tatsächlich zu Hause war. Als ein paar Teilnehmer danach noch weiter auf der Fifth Avenue gehen wollten, hinderte die Polizei sie daran und es kam zu Scharmützeln und einzelnen Verhaftungen.

Es war das erste Mal, dass die LGBT-Community offiziell Seite an Seite an einer Demonstration mit Schwarzen mitlief. Daneben waren aber auch muslimische, jüdisch und christliche Organisationen mit dabei, welche sich ebenfalls gegen das Vorgehen der Polizei wehren wollten. In praktisch allen Städten zeige sich, dass die Schwarzen am meisten unter der Polizeigewalt leiden, doch nicht nur, sondern auch die Gay Community, erklärte ein Stadtrat, welcher mithalf diesen Schweigemarsch zu organisieren.

Eine Mutter, welche mit ihren beiden Kindern in der Bronx lebt, erklärte, dass ihr 16-jähriger Sohn zusammen mit zwei Kollegen bereits zwei Mal von der Polizei auf dem Weg zur Schule angehalten und kontrolliert wurde. Glücklicherweise habe er einen Ausweis dabei gehabt, fügte sie hinzu, aber es sei schon befremdend, denn ihr Sohn habe nichts Falsches gemacht, sondern sei nur zur Schule gelaufen. Die Polizisten hätten die Schüler zudem auch nicht aufgeklärt, sondern sie nur an die Wand gedrückt und ihre Taschen durchsucht. Sie habe ihrem Sohn deshalb genau erklärt, wie er sich verhalten müsse, wenn er von der Polizei gestoppt werde.

Sowohl der Bürgermeister, wie auch der Polizeivorsteher verteidigten das Vorgehen der Polizei: Die Kontrollen haben das Ziel die Waffen von New Yorks Strassen zu verbannen und Verbrechen zu verhindern, bevor sie tatsächlich begangen werden. In einem christlichen Kulturzentrum in Brooklyn erklärte Bloomberg zudem, dass er derzeit intensiv mit der Polizei zusammenarbeite um dafür zu sorgen, dass die Personen, welche vom NYPD angehalten werden auch mit Respekt behandelt würden.
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