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USA: Republikaner wollen Homosexualität für illegal erklären
family image(20.09.10/dom) Während Schwule, Lesben und Transgender in manchen Staaten erfolge in Sachen Gleichberechtigung erzielen konnten, so möchten die Republikaner im US-Bundessstaat Montana wieder einen massiven Schritt zurück machen und Homosexualität gleich als illegal erklären.

Es war im Jahr 1997, als das Obertste Gericht im Bundesstaat Montana Homosexualität offiziell - und gegen den Willen der Republikaner - für legal erklärte. Wie nun bekannt wurde, haben die Republikaner in ihrem Parteiprogramm immer noch das Ziel, dass sie die gleichgeschlechtliche Liebe wieder illegal werden soll. So steht wortwörtlich geschrieben: ""We support the clear will of the people of Montana expressed by legislation to keep homosexual acts illegal."

John Brueggeman, republikanischer Senator, setzte sich in der letzten Woche aber dafür ein, dass dieser Artikel gestrichen werden soll. Er habe gedacht, er sei im falschen Film, als er das gelesen habe. Wenn jemand noch immer dafür sei, dass man Homosexuelle verhafte, dann sei er vermutliche in der falschen Partei, erklärte der Senator. Er glaube, dass die Mehrheit der Parteimitglieder gleich denke wie er, und dass dieser Satz aus dem Parteiprogramm gestrichen werden solle.

Von Seiten der Parteileitung heisst es, dass dieser Satz im Programm stehe, seit das Gericht 1997 entschieden habe, dass Homosexualität legal sei. Niemand habe in den vergangenen zwölf Jahren die Initiative ergriffen, noch sei überhaupt jemals eine Diskussion darüber entstanden, und so bleibe es auch weiterhin im Programm, bis jemand diesen Satz streichen oder abändern wolle. Man sei immer noch der Meinung, dass die Legislative, sprich das Parlament des Bundesstaats die Gesetze machen solle, und nicht die Richter.

Eine Menschenrechtsorganisation in Montana schliesst sich den Ansichten von Senator Brueggeman mehr oder weniger an. Dieses Statement widerspreche den Ansichten der Einwohner von Montana, und es zeige nur, wie fern die Partei von der Haltung der Bürger politisiere, obwohl sie diese eigentlich repräsentieren sollten.

Auch ein Verfassungsexperte erklärte das Gesetz als leere Worthülse. Mit dem Urteil des Obersten Gerichts, das Homosexualität nicht illegal sein darf, sei das gesetzliche Fundament gelegt worden. Das Parlament könne daran nichts ändern, sondern, es könne nur seine Ansichten ausdrücken, doch in Wirklichkeit sei dieser Forderung, wie sie im Parteiprogramm stehe, nur eine leere Worthülse und könne gar nie wirklich eingeführt werden. Ähnlich klingt es von den Kritikern: Dieses Ziel sei zahnlos und diene in Wahrheit nur dazu, dass Homosexuelle deutlich von der Partei ausgeschlossen bleiben.

Ob sich die Partei nun daran macht und diesen Satz aus dem Programm streicht ist noch nicht bekannt, aber die Debatte darüber ist nun damit sicherlich lanciert.