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USA: LGBT-Kunden sind ein riesiger Markt
family image(28.09.12/dom) Mehr als 800 Milliarden Dollar geben die schwullesbischen Amerikaner Jahr für Jahr im Inland aus, das ergab eine neue Studie der Marketingagentur „OutThink Partners“ aus Los Angeles – ein äusserst lukrativer Markt also.

Rund 6.8 Prozent der erwachsenen Amerikaner sind schwul, lesbisch oder transgender, wird geschätzt, und das ergibt rund 15 Millionen Menschen in den USA im Total, erklärt Steve Roth, Gründer von “OutThink Partners”, einer Marketingagentur, welche sich auf die LGBT-Community spezialisiert hat. Gerade für Firmen, welche neue Kundengruppen ansprechen wollen, sei diese Zielgruppe äusserst attraktiv, ja, es sei ein wahrer „Traummarkt“, denn es würden damit jährlich rund 800 Milliarden Dollar umgesetzt, führt Roth weiter aus.

Lange Zeit sei der schwullesbische Markt vernachlässigt worden, dabei hätten die Schwulen und Lesben aber eine besonders hohe Kaufkraft, geben gerne Geld aus, sind sehr loyal gegenüber einer Marke und sie haben grossen Einfluss auf die Trends, welche vom Mainstream übernommen werden, erklärte Roth weiter. Dabei zählt er auch ein paar interessante Zahlen auf: So essen Schwule und Lesben rund zehnmal öfters auswärts, und sie reisen auch sehr viel mehr als der Durchschnittsamerikaner. Dies hat auch seinen Grund, haben gleichgeschlechtliche Paare doch deutlich mehr Geld zur Verfügung. So rechnete Roth vor, dass ein gleichgeschlechtliches Paar in den USA im Schnitt über ein gemeinsames Einkommen von 107'277 Dollar verfügte, während ein verheiratetes Hetero-Pärchen 95'075 Dollar und ein unverheiratetes Hetero-Paar 65'685 Dollar zusammen verdiente. Diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2008. Da nur weniger als ein Viertel der schwullesbischen Paare über Kinder verfügen, haben sie zudem auch noch mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung. Neben dem höheren Einkommen, haben die Haushalte von gleichgeschlechtlichen Paare zudem auch eine überdurchschnittlich hohe Bildung und auch die Beschäftigungsquote ist viel höher.

Steve Roth ist sich bewusst, dass Faktoren wie das Trend setzen, schwierig zu beweisen und zu messen sind, doch andere Faktoren sind klar mittels Studien zu belegen. So folgen 48 Prozent der Schwulen und Lesben jeweils den aktuellsten Trends und Styles, während dieser Anteil beim Rest der Bevölkerung nur 38 Prozent beträgt. Zudem würden Studien zeigen, dass Homosexuelle früher neue Technologien nutzen und viel mehr Zeit im Internet verbringen als der Durchschnitt.

Dass es sich lohnt, sich für die Community einzusetzen, haben inzwischen auch zahlreiche grosse Konzerne gemerkt. So hat sich Starbucks für Marriage Equality in seinem Heimat-Bundesstaat Washington ausgesprochen (gay.ch berichtete), zahlreiche Grossfirmen wie Nike, Levis, Google, Microsoft oder Time Warner forderten zudem ein Ende von DOMA, dem "Defence of Marriage Act", welcher es gleichgeschlechtlichen Paaren verbietet zu heiraten (gay.ch berichtete). Disney beispielsweise organisiert in seinen Vergnügungsparks jeweils einen Gay Day (gay.ch berichtete), und das Disneyland in Japan ermöglicht es sogar schwullesbischen Paaren zu "heiraten", damit nimmt der Konzern eine Vorreiterrolle ein und greift in Japan sogar den Gesetzen vor (gay.ch berichtete). Die Grossbanken von der Wallstreet, darunter Barclays, Bank Of America, Merril Lynch, Citi, Goldman Sachs, Deutsche Bank und Morgan Stanley, luden 2011 zudem zu einem LGBT-Gipfel um über die Lebensfragen von Schwulen, Lesben und Transgender zu beraten, darunter Themen wie Anstellungsverfahren, Kundenbeziehungen, die Firmenkultur oder auch die verschiedenen Geschäftsfelder (gay.ch berichtete).
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