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USA: Familienposse in Manhattan
family image(17.08.12/dom) Es war einmal ein wohlhabender Mann: Er lebte in Manhattan, und als er im Alter von 73 Jahren verstarb, hinterliess er seinen drei Enkelkindern rund 180‘000 US-Dollar. Was wie ein Märchen klingt, hat aber einen äusserst bitteren Nachgeschmack. Frank Mandelbaum hatte böse Hintergedanken und schrieb in seinem Testament fest, dass das Geld nur ausbezahlt werden darf, wenn sein Sohn hetero wird und die Mutter seines Kindes heirate!

Ein Fall, der erst die Öffentlichkeit, und nun auch die Gerichte beschäftigt. Der New Yorker Geschäftsmann Frank Mandelbaum kümmert sich um seine Nachkommen, und richtet für seine Enkeler eine Stiftung ein, welche derzeit über ein Vermögen von rund 180‘000 Dollar verfügt. Dass sein Sohn Robert aber schwul ist, damit konnte sich Frank Mandelbaum nie abfinden, und so wischte er ihm, als er 2007 im Alter von 73 Jahren stirbt, mit seinem Testament noch eins aus. Er liess darin nämlich festschreiben, dass kein Geld aus der Stiftung an ein mögliches Kind von Robert gehen soll, sofern er sich nicht innerhalb von sechs Monat nach der Geburt mit dessen Mutter verheirate.

Robert Mandelbaum lässt dies jedoch nicht einfach so auf sich sitzen, und zieht nun vor Gericht, um diesen Passus im Testament als diskriminierend und gegen das Gesetz des Bundesstaats New York verstossend für ungültig erklären zu lassen. Robert hat nämlich in der Zwischenzeit zusammen mit seinem langjährigen Lebenspartner Jonathan O’Donnell einen 16 Monate alten Sohn namens Cooper. Vor Gericht will Robert, welcher selber Richter am Strafgericht ist, erreichen, dass anerkannt wird, dass die einzige „Mutter“ von seinem Sohn sein Lebenspartner ist. Die Beiden haben zudem auch kurz nach der Geburt ihres Sohnes durch eine Leihmutter geheiratet.

Robert Mandelbaum macht vor Gericht geltend, dass das Testament einen Zwang zur Heirat beinhalte, und dass er damit aufgefordert werde, eine Scheinehe einzugehen. Dies widerspreche auch dem Gesetz des Bundesstaats, welches Marriage Equality unterstützt. Von einem schwulen Mann zu verlangen, dass er eine Frau heirate nur um das Erbe des Kindes zu sichern sei gleichbedeutend damit, von ihm zu verlangen, dass er unverheiratet bleibe, oder dass er ausserehelichen Verhältnissen nachgehen müsse, was beides den öffentlichen Werten widerspreche, heisst es auch in den Gerichtspapieren. Es gebe keine Zweifel daran, dass Frank Mandelbaum seinen Sohn mit dem Testament dazu zwingen wollte, eine Frau zu heiraten. Die Chancen, dass Robert Mandelbaum seine Interessen vor Gericht durchsetzen kann, und dass sein Sohn Cooper damit zum gleichberechtigten Erben wird, wie die anderen beiden Enkel, stehen gut.

Doch, da wäre noch die Frau von Frank Mandelbaum, Ann Freeman, welche sich ganz klar auf die Seite ihres Ehemannes schlägt. Gemäss den Gerichtsunterlagen, habe Robert noch zu Lebzeiten von Frank Mandelbaum angedeutet, dass er mit seinem Lebenspartner ein Kind haben wolle, welches dann zum Erben werde. Ihr Ehemann habe deshalb mit diesem Passus im Testament ganz klar festhalten wollen, dass dieses Kind aus einer homosexuellen Beziehung kein Erbbegünstigter sein könne. Sie beharrt vehement darauf, dass dieser Wille ihres Ehemannes eingehalten und respektiert wird! Ob sie damit Chancen hat, müssen die Richter nun klären…
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