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USA: Erste Bundesbehörde anerkennt gleichgeschlechtliche Paare
family image(06.08.12/dom) Es war eigentlich nur eine kleine Ankündigung, welche beinahe unterging, doch die Tragweite ist enorm: Das amerikanische Department of Homeland Security (DHS) kündigte an, die bislang gängige Praxis bezüglich der Ausschaffung von Personen zu ändern und verheiratete, gleichgeschlechtliche Paare künftig zu respektieren. Damit ist DHS die erste Bundesbehörde, welche offiziell verheiratete, schwullesbische Paare anerkennt – und dies trotz DOMA.

Während rund zwei Jahren hat sich die Organisation “Stop The Deportations” mit Vehemenz gegen die gängige Praxis der Ausschaffungsbestimmungen von Partnern von schwullesbischen Amerikanern gewehrt, und nun konnte ein erster, wichtiger Erfolg erzielt werden. In einem Statement erklärte das amerikanische Department of Homeland Security (DHS), welches für die Aufenthaltsbewilligung und die Ausschaffung zuständig ist, dass man die Gesamtheit der Umstände bei jedem individuellen Fall ansehen werde. So werde beurteilt, ob jemand nahe Familienangehörige in den USA habe, wie aber auch, ob jemand in einer gleichgeschlechtlichen Ehe oder in einer langjährigen Partnerschaft mit einem Amerikaner, respektive einer Amerikanerin lebe.

Durch diese Ankündigung wird DHS die erste Bundesbehörde Amerikas, welche offiziell verheiratete, gleichgeschlechtliche Paare anerkennt. Dazu angewiesen wurde die Behörde von der Regierung Obama, welche damit ein weiteres Versprechen für mehr Rechte für die LGBT-Community umsetzt. Mit diesem Schritt wird DOMA, der „Defence of Marriage Act“ weiter aufgeweicht. Dieses Gesetz, welches damals als Kompromiss unter Bill Clinton eingeführt wurde, schreibt fest, dass die Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau existieren dürfe. Bereits vor einiger Zeit hat Barack Obama das Justizministerium aber angewiesen, von der Anwendung von DOMA abzusehen (gay.ch berichtete).

Trotz dieser Ankündigung vom DHS, gibt es nach wie vor Benachteiligungen, welche sich bedingt durch DOMA nicht aufheben lassen. So ist es verheirateten, schwullesbischen Amerikanern nicht möglich, dass sie ihrem Ehepartner eine Green Card besorgen können. Dies führt etwa dazu, dass sich zahlreiche, gleichgeschlechtliche Paare keine gesicherte Zukunft aufbauen können, was besonders dann schwierig wird, wenn noch Kinder involviert sind. Die Organisation “Stop The Deportations” hat daher nun angekündigt, dass dies ihre nächste Forderung sein werde, wofür sie sich einsetzen wollen. Damit wollen sie die schwullesbischen Paare wieder einen Schritt näher an die Gleichstellung bringen.
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