(20.07.11/dom)
Queen Elizabeth II. und ihr Mann, der Herzog von Edinburgh,
haben im Bletchley Park ein Monument eingeweiht, welches jenen
Männern und Frauen Tribut zollt, welche während dem Zweiten
Weltkrieg erfolgreich den Kommunikationscode der Nazis
entschlüsselt haben, und damit enorm viel zum Sieg über
Nazideutschland beigetragen haben. Dabei hob die Queen vor allem
auch den Verdienst von Alan Turing hervor.
Es gibt kaum eine andere Person in Grossbritannien, welche
einen solch grossen Kontrast auf sich vereint: Einerseits
schlägt ihm heute und während dem Zweiten Weltkrieg grosse
Bewunderung und Dankbarkeit entgegen, doch dazwischen, wurde er
verachtet, von der Justiz verfolgt und damit gar in den
Selbstmord getrieben. Die Rede ist von Alan Turing. Der schwule
Mathematiker war einer der Hauptverantwortlichen, dass es gelang
den Code der "Enigma" zu knacken, mit welcher Nazi-Deutschland
ihre Meldungen chiffrierte. Doch dem nicht genug, er gilt auch
als Vater des "Colossus", des weltweit ersten, elektronischen
Computers, welcher ebenfalls zum Entschlüsseln gebraucht wurde.
Diesem Verdienst von Alan Turing zollte Queen Elizabeth II. bei
der Einweihung des Denkmals im Bletchley Park explizit Tribute,
und sie lobte seine Arbeit und zeigte ihre Bewunderung für ihn.
Alan Turing beging im Jahr 1954 im Alter von 41 Jahren
Selbstmord, das nachdem er aufgrund seiner Homosexualität
förmlich verfolgt wurde. Er wurde angeklagt, weil er eine
sexuelle Beziehung mit einem anderen Mann hatte. Das Gericht
stellte ihn damals vor die Wahl, dass er entweder ins Gefängnis
gehen müsse, oder er könne sich einer chemischen Kastration
unterziehen. Turing entschied sich damals für Letzteres. Die
Qualen und die Tortur, welche er durchlebt hat, müssen extrem
gewesen sein. So musste er sich unter anderem hohe Dosen von
weiblichen Hormonen spritzen lassen. Psychisch völlig am Ende
beging er schliesslich im Jahr 1954 Selbstmord.
Erst im Jahr 2009, nachdem zahlreiche Prominente wie der
Filmemacher Stephen Fry, Richard Dawkins und Schwulenaktivist
Peter Tatchell sich mittels Unterschriftensammlung dafür stark
machten, entschuldigte sich der damalige Premierminister Gordon
Brown im Namen der britischen Regierung für das, was man Alan
Turing angetan und zugemutet habe. Während Turing damals mit den
widrigen Umständen der damaligen Gesetzeslage zurecht kommen
musste, so könne man heute leider die Zeit nicht mehr
zurückdrehen, weil so wie man Turing damals behandelt habe, sei
mehr als unfair gewesen. Er würdigte die Leistungen von Alan
Turing für die gesamte Menschheit, und er schloss seine
emotionale Rede mit den Worten: Im Namen der britischen
Regierung und im Namen von allen, welche aufgrund der Arbeit von
Alan Turing frei leben können, fühle er sich sehr stolz sagen zu
dürfen: Wir entschuldigen uns in aller Form, er hätte ein soviel
besseres Leben verdient gehabt.
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