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UK: Zunahme der homophoben Gewalt in London
family image(14.02.11/dom) Nicht nur in Schottland, sondern auch in der britischen Hauptstadt nehmen homophobe oder rassistisch motivierte Taten massiv zu.

Vor kurzem wurden die Statistiken von Schottland veröffentlicht, welche aufzeigten, dass sich die Zahlen derjenigen Attacken, welche aufgrund von Homophobie begangen wurden, in den vergangenen fünf Jahren mehr als verfünffacht haben (gay.ch berichtete), und nun liegen auch die Zahlen aus London vor. Alleine im letzten Jahr wurden in London der Polizei 1'545 homophobe Vorfälle gemeldet. Noch vor vier Jahren lag die Anzahl bei 1'208 Fällen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den rassistisch motivierten Fällen. Dort nahm die Zahl von 9'617 im Jahr 2006 auf 10'268 Fälle im Jahr 2010 zu. Wie der Sprecher der Polizei erklärte, zeige sich eine deutliche Zunahme bei den so genannten Hassverbrechen - besonders besorgniserregend sei es bei den homophoben Taten. Wie die Polizei weiter mitteilt, liegen die Zahlen auch in diesem, noch jungen Jahr erneut massiv höher als noch 2009/2010.

Eine Erhebung der genauen Anzahl ist gerade bei den homophoben Attacken sehr schwierig, da die Dunkelziffer sehr hoch ist. Viele Schwule getrauen sich nicht, sich an die Polizei zu wenden und deren Hilfe in Anspruch zu nehmen. Doch in den letzten Jahren dürfte sich diese Problematik mit der zunehmenden Akzeptanz gegenüber Homosexualität verringert haben. So erklärte der Sprecher der Polizei auch, dass ein Teil der Zunahme bei den homophoben Hassverbrechen sicherlich damit begründet werden kann, dass sich mehr Schwule, Lesben und Transgender getrauen, die Verbrechen zur Anzeige zu bringen. Er befürchte aber auch, dass dies nicht die Erklärung für die absolute Zunahme sei. Eine jüngst veröffentlichte Studie zeigte, dass einer von fünf Schwulen, Lesben oder Transgender alleine in den letzten drei Jahren Opfer eines Hassverbrechens wurde. Drei von vier Opfern haben die Tat dabei nicht der Polizei gemeldet, heisst es weiter.

Erst vor wenigen Wochen wurde in London eine zur Tatzeit 17-jährige Schülerin zu sieben und ein mittlerweile 20-jähriger Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil sie einen Schwulen in der Nähe des Londoner Trafalgar Square derart verprügelt haben, dass er an den Verletzungen gestorben ist (gay.ch berichtete).

Verschiedenste Schwulenorganisationen, wie etwa "Stonewall", fordern nun auch die Politiker zum Handeln auf. Es sei zwar schon einiges in diese Richtung unternommen worden, doch es fehle an Support von höchster Stelle. So solle sich etwa der Londoner Bürgermeister stärker in dieser Sache engagieren…