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UK: Ein schwuler Bürgermeister für London?
family image(05.09.11/dom) Paris hat einen, Berlin ebenso, wie auch Zürich: Die Rede ist von einem schwullesbischen Bürgermeister, respektive, einer Stadtpräsidentin. Nun könnte London folgen, denn Brian Paddick wurde am Freitag von den Liberal-Demokraten offiziell für eine Kandidatur nominiert.

Bereits im Jahr 2008, bei den letzten Wahlen, trat Brian Paddick an, und er erhielt mit rund zehn Prozent der Stimmen das drittbeste Resultat alles Kandidaten, direkt hinter dem linken Kandidaten Ken Livingstone, dem damaligen Amtsinhaber, und dem konservativen Boris Johnson, der dann aber das Rennen machte. Obwohl Brian Paddick noch im vergangenen Jahr erklärte, dass er bei den nächsten Wahlen 2012 nicht mehr als Kandidat zur Verfügung steht, hat er seine Meinung nun offenbar geändert, denn, alle drei Kandidaten von damals, werden im kommenden Jahr wieder gegeneinander antreten.

Die Chancen, dass es diesmal für Brian Paddick mit der Wahl klappen könnte, stehen gut, denn auch von zahlreichen Parlamentsabgeordneten und Politikern, darunter auch vom stellvertretenden Premierminister Nick clegg, hat Paddick durch die jüngsten Ereignisse grossen Zuspruch erhalten. Als ehemaliger, hochrangiger Polizist der Metropolitan Police, konnte er sich gerade während den heftigen Unruhen in London vor wenigen Wochen positiv in der Öffentlichkeit positionieren. Auch in Bezug auf den Abhörskandal und die damit verbundenen Korruptionsfälle bei der Metropolitan Police kann er sich besser für dieses Amt qualifizieren, als die anderen Bewerber, finden viele Politiker des britischen Parlaments.

Brian Paddicks Leben zeigt sich äusserst facettenreich. So nahm er anschliessend an die Wahlniederlage im Jahr 2008 an der achten Staffel der britischen Reality Show "I'm a Celebrity… Get Me Out of Here!", welche dann ab November ausgestrahlt wurde. Als sechste Kandidat wurde er damals rausgewählt, und im darauffolgenden Interview erklärte er, dass er während 30 Jahren immer nur seriöse Sachen gemacht habe, wie bei der Polizei zu arbeiten oder als Bürgermeister von London zu kandidieren, so habe er sich gedacht, mal etwas triviales zu machen. Das Leben im Dschungel sei das härteste gewesen, was er je erlebt habe, erklärte Paddick weiter. Alles was nun komme sei nur noch ein laues Lüftchen. Kurz darauf, am 9. Januar, reiste er mit seinem Lebenspartner Petter Belsvik, einem gebürtigen Norweger, in dessen Heimat um dort zu heiraten. Nicht zu letzt seit seiner Hochzeit in Norwegen, setzt er sich auch in Grossbritannien für die Einführung der gleichberechtigten Ehe für schwullesbische Paare ein.