(29.08.12/dom)
Ideen haben manche Fanatiker… Die konservative, britische
Organisation „Society for the Protection of Unborn Children“ (SPUC)
– oder zu Deutsch: Gesellschaft zum Schutz der ungeborenen
Kinder - behauptet in einer Flyerkampagne allen Ernstes, dass
die Homo-Ehe zu mehr Abtreibungen führen wird, die Zahlen zeigen
aber das Gegenteil.
Es sind nicht nur äusserst abstruse Theorien, mit welchen
die britische Organisation hantiert, sondern, auf den Flyern
verbreiten sie auch zahlreiche Unwahrheiten. So schreiben sie,
dass die Legalisierung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare
zu Verwirrungen führen werde, was es heisse, ein Mann respektive
eine Frau zu sein, zudem werde damit die natürliche Einstellung
zur Ehe abgeschafft. Die Akzeptanz der Homo-Ehe werde zudem
einen Einfluss auf unzählige Aspekte in unserem Leben haben,
schreiben sie weiter, so vor allem in den Schulen, wo Lehrer die
Kinder dann über die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare
aufklären müssen. Auch müsse man die „richtige“ Ehe schützen um
die Kinder im Mutterleib zu schützen, heisst es auf dem Flyer
weiter, denn die Statistik zeige, dass es ausserhalb der
„richtigen“ Ehe vier bis fünf Mal mehr Abtreibungen gibt.
Dass gerade letztere Zahlen nicht stimmen, damit wurde die
Organisation von Jamie Lee Curtis Taete von „VICE“ konfrontiert.
Dieses Gespräch wurde wurde darauf veröffentlicht – und es
bringt so einiges ans Tageslicht:
VICE: Hey, gute Neuigkeiten: Ich habe mir die Abtreibungsraten
in Ländern angeschaut, welche die Homo-Ehe seit mindestens fünf
Jahren eingeführt haben, und mit Ausnahme von einem
Land gab es in keinem der Länder eine Zunahme bei den
Abtreibungen.
SPUC: Richtig.
VICE: In Spanien ist die Anzahl gestiegen, aber in Kanada und
Südafrika ist sie gesunken, und in den Niederlanden und in
Belgien gab es keine Veränderung.
SPUC: Richtig, aber, ich glaube nicht, dass irgendjemand bereits
nach fünf Jahren einen Unterschied erwartet. Dass ist noch keine
Zeitspanne um ein Urteil zu fällen.
VICE: Gut, aber in den Niederlanden beispielsweise ist es seit
2001 legal, also doch eine ziemlich lange Zeit.
SPUC: Elf Jahre ist nicht genügend Zeit um eine Zunahme bei den
Abtreibungen festzustellen.
VICE: Aber es sind immerhin elf Jahre… Wie lang braucht es denn,
bis Heteros zu sagen beginnen, „ich will gar nicht mehr
heiraten, weil die Ehe durch die Gays zu stark geschwächt
wurde“? 20 Jahre?
SPUC: Das könnte sein. Wenn Leute heiraten, wird die ganze
rechtliche Struktur, welche für die Ehe und die Kindererziehung
geschaffen wurde, entfernt sein. Dies könnte Konsequenzen
für die ungeborenen Kinder haben, denn es sind die Ungeborenen,
welche am meisten darunter leiden, wenn die Definition der Ehe
geschwächt wird.
Anhand dieses kurzen Gesprächs wird deutlich, wie tiefgreifend
die vorgefasste Meinung innerhalb dieser Organisation ist. Doch
nicht nur in Bezug auf die Abtreibungen operiert die
Organisation mit falschen Tatsachen, sondern auch in Bezug auf
die Kindererziehung. So heisst es auf dem Flyer, welcher in
Grossbritannien weit gestreut wurde, weiter, dass es Kindern,
welche in einer „echten“ Ehe aufwachsen, besser geht. Studien
hätten gezeigt, dass es Kindern in Bezug auf die Gesundheit, dem
Glücklichsein und in Bezug auf die Ausbildung besser gehe, wenn
sie bei ihren verheirateten, biologischen Eltern bestehend aus
Mann und Frau leben. Zahlreiche Studien von renommierten
Universitäten und Forschungsinstitutionen belegen allerdings
deutlich, dass es Kindern, welche bei gleichgeschlechtlichen
Paaren aufwachsen, gleich gut geht, wie Kindern, welche bei
ihren biologischen Eltern aufwachsen.
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