(03.02.11/dom)
Der Mord an LGBT-Aktivisten David Kato in Uganda sorgte
international für Schlagzeilen. Nun scheint die Polizei den
Täter verhaftet zu haben. Der Mann erklärte, dass er Kato
aufgrund von persönlichen Meinungsverschiedenheiten umgebracht
habe.
Er heisse Nsubuga Enock und er sei der Hauptverdächtige im
Mordfall an David Kato (gay.ch berichtete), erklärte die Polizei
in einer Stellungnahme am Mittwoch. Der mutmassliche Täter
konnte verhaftet werden, als er seine Freundin besuchen wollte.
Das Motiv sei nicht ein Raubüberfall gewesen, und auch nicht die
Tatsache, dass Kato ein Schwulenaktivist war, sondern, Enock
gestand den Mord und gab an, dass es sich um persönliche
Meinungsverschiedenheiten gehandelt habe.
Wie die Polizei letzte Woche zudem mitteilte, sei Nsubuga Enock
ein polizeibekannter Dieb, welcher zudem im Gefängnis einsass.
David Kato soll sich darauf für ihn eingesetzt haben, und
schlussendlich am 24. Januar die Haftentlassung erwirken können.
Darauf habe er Enock bei sich zuhause aufgenommen. Am 26. Januar
wurde David Kato dann in seinem Haus zu Tode geprügelt. In
diesem Zusammenhang ist auch der Fahrer von Kato verhaftet
worden, da er angeblich Verbindungen zum mutmasslichen Mörder
habe. Ob der Fahrer nun bereits aus der Untersuchungshaft
entlassen worde, oder ob die Ermittlungen gegen ihn andauern ist
noch nicht bekannt.
David Kato wurde nach einer wahren Hetzjagd durch die Zeitung
"Rolling Stone" umgebracht. Diese veröffentlichte im Oktober des
vergangenen Jahres rund hundert Schwule mit Fotos, Namen und
Adresse und forderte dazu auf, diese zu erhängen (gay.ch
berichtete). Wie Kato
darauf berichtete, habe er seit dieser Veröffentlichung mehrfach
Todesdrohungen erhalten. Im Parlament in Uganda ist zudem noch
ein Gesetz unter dem Titel "Kill The Gays" hängig, welches die
Strafen auf Homosexualität massiv verschärfen soll (gay.ch
berichtete).
Unter diesen alles anderen als positiven Vorzeichen stand auch
die Beerdigung von David Kato am Freitag der letzten Woche: Noch
während der Zeremonie brach ein handfester Streit aus, weil der
Pastor während seiner predigt Homosexualität verurteilt hat. Die
Beerdigung des Sargs wurde darauf den Freunden von David Kato
selber überlassen, nachdem sich die Bewohner der Gemeinde
geweigert haben, wie sonst üblich dafür zu sorgen.
Der Tod von David Kato sorgte international für Reaktionen bis
in die höchsten Ämter. Auch US-Präsident Barack Obama meldete
sich zu Wort und nannte ihn einen starken Anwalt für Fairness
und Freiheit. Er forderte zudem die Regierung von Uganda dazu
auf, den Mord gründlich zu untersuchen. |