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UGANDA: Website des Premierministers von "Anonymous" gehackt
family image(17.08.12/dom) Dramatische Umstände brauchen manchmal drastische Massnahmen: In Uganda hat die Organisation „Anonymous“ die Website von Premierminister Amama Mbabazi gehackt und darauf einen Text veröffentlicht, um gegen die grassierende Homophobie und gegen die geplanten Verschärfungen der Gesetze gegen Homosexualität zu protestieren.

Die Organisation „Anonymous“ hatte für eine kurze Zeit die Kontrolle über die offizielle Website des ugandischen Premierministers Amama Mbabazi übernommen, und sie nutzen dies geschickt. Sie platzierten im Namen des Premierministers ein offizielles Entschuldigungsschreiben an die LGBT-Community. So schrieben sie, dass man die Engstirnigkeit aus dem Land verbannen müsse, und dass man mit einer vollumfänglichen und formalen Entschuldigung an alle Homosexuellen, welche in Uganda leben, neu beginnen müsse.

Neben dieser offiziellen Entschuldigung hat „Anonymous“ in einem weiteren Text auch ihre persönlichen Beweggründe dargelegt, weshalb sie die Homepage von Amama Mbabazi gehackt haben: Sie fühlen sich angewidert durch die vom Premierminister ausgehenden Verletzungen der Rechte der LGBT-Community. Sie würden nicht einfach nur tatenlos zusehen, wie schwule, lesbische und transsexuelle Ugander von einer skrupellosen und korrupten Regierung schikaniert, missbraucht und gar ermordet werden. Alle Menschen haben das Recht auf ein Leben in Würde, frei von Repressionen aufgrund irgendwelcher politischen oder religiösen Ansichten. Man solle stolz sein auf die LGBT-Bürger, schreibt „Anonymous“ weiter, denn die haben ganz klar mehr „Eier“, als die Regierung je haben werde.

Die Website des Premierministers wurde in der Zwischenzeit neu aufgesetzt und frisch programmiert, doch „Anonymous“ hat bereits angekündigt, dass sie nicht so schnell klein beigeben werden. Sie haben verlauten lassen, dass sie die Seiten der ugandischen Regierung so lange immer wieder hacken werden, bis die Regierung alle Menschen inklusive der Schwulen, Lesben und Transsexuellen mit Respekt und Würde behandeln werde, und dass sie die Verhaftungen und die Gewalt gegen die LGBT-Community per sofort stoppen müssen.

In Uganda kommt es seit einigen Jahren zu harschen Repressionen gegen die LGBT-Community. Es werden Razzien durch die Polizei vorgenommen, die Medien veröffentlichten Namen und Adressen von Schwulen, Lesben und Transgender und forderten die Bevölkerung auf, diese zu erhängen, und im Parlament läuft seit längerem eine Debatte rund um ein Gesetz, mit welchem die Strafen auf Homosexualität massiv verschärft werden sollen. Dadurch geriet Uganda nicht nur in den Fokus von „Anonymous“, welche schon früher Aktionen gegen die Regierung durchgeführt hat, sondern auch die USA und die EU haben Sanktionen angekündigt, da sich die rechtliche Situation für die LGBT-Community nicht verbessert hat.

Mehr zu Uganda im gay.ch-Dossier: LINK
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