(29.10.12/dom)
Es ist eindrücklicher Rekord – nicht nur für Taiwan, sondern
für ganz Asien: Mehr als 65‘000 haben am Wochenende in der
Hauptstadt Taipeh an der zehnten Ausgabe der Gay Pride
teilgenommen – ein absolut würdiges Jubiläum!
Los ging es vor zehn Jahren: Damals zogen rund 500
Teilnehmer durch die Strassen der taiwanesischen Hauptstadt
Taipeh um für Toleranz, Akzeptanz und die Rechte für Schwule,
Lesben und Transgender zu demonstrieren. Jahr für Jahr kamen
mehr hinzu, und zur zehnten Ausgabe am vergangenen Wochenende
konnte die Gay Pride erneut einen Besucherrekord verzeichnen:
Mit 65‘000 Teilnehmern war die Parade wohl die Grösste in ganz
Ostasien. Regenbogenflaggen, Wagen und Musik dominierten auch
diesmal wieder die Parade durch die Innenstadt. Gestartet wurde
wiederum beim Büro des Präsidenten am Ketagalan Boulevard, und
von dort ging es in zwei verschiedenen Routen – einer südlichen
und einer nördlichen – durch Taipeh, um sich später wieder zu
einer Abschlusskundgebung mit Konzerten zu treffen. Wiederum
reisten Teilnehmer aus zahlreichen Ländern Südostasiens nach
Taiwan, so auch aus Hong Kong, Japan, Malaysia, den Philippinen
und Singapur.
Das Thema in diesem Jahr lautete „I Do! Do I? Equal Rights to
Marriage, Diversity in Partnership”, wobei es vor allem um die
rechtliche Besserungsstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren
geht. So erklärte etwa einer der Veranstalter, dass auch
schwullesbische Paare Steuerzahler sind, und dass sie deshalb
auch die gleichen Grundrechte haben müssen wie die Hetero-Paare,
und das Recht auf Heiraten sei ein Grundrecht. Damit fanden die
Organisatoren auch Gehör in der Politik. So erklärte etwa Su
Tseng-Chang, Leader der Opposition, via seiner Facebook-Seite,
dass er leider nicht persönlich an der Parade teilnehmen könne,
dass er aber das Anliegen von gleichgeschlechtlichen Ehen
unterstütze. Und fügte hinzu: Gleichgeschlechtliche Beziehungen
seien so natürlich, wie es Lady Gaga in ihrem Song „Born This
Way“ schildere.
Taiwan ist eines der liberalsten Länder in Südostasien, wenn es
um die Rechte für Schwule und Lesben geht. Verschiedene
Schwulenorganisationen machen nun seit Jahren Druck auf die
Regierung, dass diese ein Partnerschaftsgesetz oder Marriage
Equality einführen. Derzeit haben verschiedene Gruppierungen
eine Petition gestartet um insgesamt eine Millionen
Unterschriften zu sammeln und dem Parlament zu übergeben. Sie
wollen damit erreichen, dass die Politik einen Gesetzesentwurf
für Marriage Equality vorbereitet.