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SÜDAFRIKA: Durchbruch für HIV-Impfung?
family image(24.10.12/dom) Tragen zwei Frauen in Südafrika womöglich die Lösung für eine Impfung gegen HIV in sich? Die Beiden haben sich mit dem HI-Virus angesteckt, konnten aber Antikörper bilden, welche 88 Prozent der bekannten Stämme des Virus entweder neutralisierten oder gar abgetötet haben.

Die zwei Frauen wurden bereits während Jahren vom Center for the AIDS Program of Research in South Africa (CAPRISA) untersucht und man konnte äusserst erfreuliche Informationen gewinnen. Während die eine der Frauen heute zusammen mit ihrem Partner und ihren HIV-negativen Kindern in Durban lebt, verstarb die andere Frau jedoch im vergangenen Jahr an einer aggressiven und gegen Medikamente resistenten Form der Tuberkulose. CAPRISA-Leiter Salim Abdool Karim erklärte dazu, dass dies die Herausforderungen seinen, mit welchen man tagtäglich im Zusammenhang mit der Arbeit mit HIV-Patienten konfrontiert werde. Ihr Virus und auch ihre Antikörper geben aber noch immer viele wertvolle Informationen preis, welche es möglich machen, den HI-Virus besser zu verstehen, und damit hat sie in so vielen Formen ein Vermächtnis für die gesamte Menschheit hinterlassen.

In der Zeitung „Nature Medicine“ wurden nun die ersten Forschungsergebnisse publiziert. Penny Moore, eine der leitenden Forscherinnen in diesem Projekt, erklärte dazu, dass sie hoffe, dass die gewonnenen Erkenntnisse dazu genutzt werden können, um eine Impfung zu entwickeln, um das Immunsystem zu unterstützen, damit dieses solche Antikörper bilden kann. So hätten die Antikörper der beiden Frauen gezeigt, dass sie eine grosse Bandbreite an HI-Virenstämme abtöten können, welche sowohl bereits von verschiedenen Personen getragen wurden, und welche auch regionale Unterschiede aufwiesen. Wie es in der Studie heisst, bilde der Virus eine Art Zucker, genannte Glycan, um sich vor den herkömmlichen Antikörpern der beiden Frauen zu schützen. Dieses Glycan sei dann aber auch eine Art Achillesferse des Virus, denn die Frauen produzieren Antikörper, welche wirksamer sind und sich das Glycan zum Ziel genommen haben und sich dort anhaften, was dazu führt, dass der Virus keine weiteren, gesunden Zellen mehr angreifen kann.

Wie CAPRISA-Leiter Salim Abdool Karim erklärte, könnten diese Antikörper der Schlüssel zu neuen Impfstoffen gegen HIV sein. Bis es allerdings einen möglichen Impfstoff auf Basis dieser Antikörper gebe, werden noch einige Jahre vergehen, beschwichtigte er aber gleichzeitig die hohen Erwartungen. In einem nächsten Schritt werde erst einmal eine Substanz entwickelt, um die Effektivität des Virus generell zu senken. Schlussendlich soll dann eine ganze Reihe an Impfstoffen geschaffen werden, welche eine HIV-Infektion vortäuschen und damit die Reaktion des Körpers erzwingt.

Der Gesundheitsminister Südafrikas, Aaron Motsoaledi, gratulierte sowohl den Forscher zu diesen Ergebnissen, aber bedankte sich auch bei den beiden Frauen für ihren Beitrag. Er danke ihnen, dass sie es erlauben, dass sie zum Wohl von uns allen erforscht werden. Manchmal werden die Teilnehmer an solchen Studien schlicht vergessen, doch, er finde, dass die beiden Frauen auch in der einen oder anderen Ansicht ebenfalls Forscherinnen sind. Ohne ihre Teilnahme könnten auch die besten Ideen nicht getestet werden, erklärte Motsoaledi weiter. Die Regierung hat bereits zugesichert, dass man sofort mit der Produktion der Wirkstoffe beginnen werde, sobald die nächsten Schritte des Forscherteams erfolgreich seien. Man wolle damit schnellstmöglich die Verfügbarkeit für Südafrika, aber auch für andere Länder garantieren.
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