(10.04.12/dom)
Wer sich negativ gegenüber der gleichgeschlechtlichen Liebe
äussert… ist oftmals selber schwul respektive lesbisch. Was wir
schon immer geahnt haben, findet nun in einer Studie seine
Bestätigung.
Wie oft haben wir etwa von Geistlichen gelesen, welche
während ihrer Predigt Homosexualität als Sünde verdammten, sich
aber selber, wie sich später herausstellte, immer wieder der
gleichgeschlechtlichen Liebe hingaben. Oder Politiker, welche
Gesetze gegen Homosexualität forderten und über Schwule und
Lesben wetterten, sich später aber reuig mit ihrer Familie an
einer Pressekonferenz zeigten und sich bei der Bevölkerung für
gleichgeschlechtliche Affären entschuldigten. Dass dies nicht
von ungefähr kommt, wie wir es schon lange geahnt haben, hat nun
auch eine Studie bestätigt. Homophobe sind nämlich nicht gerade
selten selber homosexuell, unterdrücken aber ihre Gefühle so
sehr, dass das Ganze in einer Abwehrreaktion gipfelt.
Personen, welche sich als hetero bezeichnen, in psychologischen
Tests aber starke Neigungen zum eigenen Geschlecht verspüren,
fühlen sich von Schwulen und Lesben bedroht, weil Homosexualität
sie an ähnliche Tendenzen bei sich selber erinnern, erklärte
eine Autorin der Studie, welche in den USA und in
Grossbritannien durchgeführt wurde. In vielen Fällen würden
sich diese Personen im Krieg mit sich selber befinden und diesen
Konflikt dann nach aussen tragen. Daher sei es auch kein Zufall,
dass zahlreiche öffentlich bekannte und homophobe
Persönlichkeiten in Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen
Affären erwischt werden, fügte ein anderer Autor hinzu. Dabei
nannten sie unter anderem zwei Fälle: Jenen des evangelikalen
Priesters Ted Haggard, welcher stets gegen die Homo-Ehe
lobbiiert hat, und 2006 in einen schwulen Sexskandal verwickelt
war, oder auch der Vorsitzende der Young Republican National
Federation, Glenn Murphy Jr., welcher 2007 beschuldigt wurde,
einen 22-jährigen Mann sexuell belästigt zu haben.
Diese krasse Scheinheiligkeit sei für die Öffentlichkeit
mitunter belustigend, fügten die Psychologen hinzu, doch
eigentlich seien diese Personen selber Opfer. Homophobie sei
niemals lächerlich, sondern, sie könne auch tragische Folgen
haben, wie unter anderem der äusserst brutale Mord an Matthew
Shepard im Jahr 1998 gezeigt habe, oder der Mord an Larry King im
vergangenen Jahr.
An der Studie haben 650 Studenten teilgenommen. So wurden ihnen
einzelne Wörter eingeblendet, zusammen mit Bildern von homo- und
heterosexuellen Paaren, dabei wurde gemessen, wie lange sie für
ihre Antworten brauchen. Im Weiteren wurden ihnen Statements in
Bezug auf ihre Eltern und deren Erziehungsweise gezeigt, auf
welche sie reagieren mussten. Dabei habe sich gezeigt, dass jene
Studenten, welche sich als heterosexuell bezeichnen, aber
während der Befragung homosexuelle Tendenzen zeigten, die
Homosexuellen stärker anfeinden.
Bereits eine Studie aus dem Jahr 1996 hat ähnliches zu Tage
geführt. Eine Studie der Psychologie-Abteilung der University of
Georgia hat damals aufgezeigt, dass Homophobie mit homosexuellen
Gefühlen verbunden seien, welcher sich die Person entweder nicht
bewusst ist, oder welche sie verneint.
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