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SPANIEN: Die Sozialisten wurden abgewählt
family image(21.11.11/dom) Es war vorhersehbar, die Wähler des arg von der Krise gebeutelten Spaniens wollten einen Regierungswechsel: Die Sozialisten erlebten ein wahres Wahldebakel, und die konservative Partido Popular (PP) erreichte in den Wahlen vom Sonntag die absolute Mehrheit. Klar, das Land hat momentan gravierendere Probleme, doch die Frage stellt sich trotzdem, was dieser Kurswechsel in Spanien für die Schwulen und Lesben bedeutet.

Es waren die Sozialisten unter Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero (Bild), welche bereits kurz nach ihrem Wahlsieg vor rund sieben Jahren, auf einen Schlag die vollständig gleichgestellte Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt haben – inklusive Adoptionsrecht. Dies führte damals im stark katholisch geprägten Spanien mitunter zu grossangelegten Demonstrationen. Während sich Zapatero noch knapp eine zweite Amtszeit sichern konnte, so wurde er und seine Partei am Wahlsonntag förmlich abgestraft. Die Sozialisten erreichten das schlechteste Wahlergebnis der vergangenen 30 Jahren.

Es war wohl das langsame reagieren der Regierung auf die Schuldenkrise, welche zur Abwahl Zapateros und zur Wahl seines Nachfolgers, dem künftigen Ministerpräsident Mariano Rajoy, führte, und dies, obwohl Zapatero selber nicht angetreten ist, sondern Kandidat Alfredo Pérez Rubalcaba in Rennen stieg. Von den 350 Sitzen erreichte nun die Partido Popular die absolte Mehrheit mit 186 Sitzen. Die Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) kommen neu noch auf rund 111 Abgeordnete. In Wählerprozenten ausgedrückt heisst dies, dass rund 45 Prozent der Stimmen an die PP gingen und die Sozialisten auf rund 29 Prozent absackten. Doch nicht nur im Unterhaus konnte die PP einen Erdrutschartigen Sieg erzielen, sondern auch im spanischen Oberhaus: Dort kam die PP auf 136 von 208 Sitzen, die PSCOE erreichte nur noch 48 Sitze.

Was die vergangenen Wahlen für die Schwulen, Lesben und Transgender in Spanien bedeuten, ist noch schwierig zum Abschätzen, doch es liegt durchaus auch im Bereich des möglichen, dass die Öffnung der Ehe und die Aufhebung des Adoptionsverbots für gleichgeschlechtliche Paare wieder rückgängig gemacht werden. Auch wenn dies ob der Rekordarbeitslosigkeit mit 21 Prozent, der riesigen Staatsverschuldung und all der düsteren Wirtschafts- und Euro-Prognosen ein Nebenschauplatz darstellen wird, so könnte der Regierungswechsel für die Schwulen und Lesben des Landes doch einschneidende, persönliche Konsequenzen mit sich bringen.