SLOWENIEN: Drei Anschläge auf Gay Lokal in nur wenigen Tagen
Bild(30.06.10/dom) Auf der Fassade sind noch deutliche Zeichen von den Angriffen zu sehen: Brandspuren und homophobe Sprayereien. Innerhalb weniger Tage wurde das "Café Open" in Ljubljana zum dritten Mal Ziel eines Anschlags - möglicherweise eine Vorwarnung auf die bevorstehende Pride in der slowenischen Hauptstadt.

"Tod den Schwuchteln" und "B. ist schwul" prangt in grossen Lettern an den Wänden des "Café Open" in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Zeichen des bislang letzten - des dritten - Anschlags auf die Lokalität innerhalb weniger Tage. Auch die Brandspuren der Molotow-Cocktails, welche Unbekannte bereits zweimal gegen die Fassade geworfen haben, sind noch deutlich sichtbar.

Die Täter gehen dabei mit absoluter Härte vor: Ein schwullesbischer Literaturabend im "Café Open" am 15. Juni wurde von acht in schwarz gekleideten Männern gestürmt. Sie warfen eine brennende Fackel in den Raum und schlugen mehrere Anwesende brutal nieder. So wurde etwa der Gay Aktivist und Journalist Mitja Blažič mehrmals in den Kopf getreten, weil er sich den Angreifern in den Weg gestellt hat. Leichte Brandverletzungen zog sich zudem auch der Vorsitzende des "Vereins für die Integration von Homosexualität" zu.

Bereits im vergangenen Jahr wurde das schwullesbische Lokal zum Ziel eines Anschlags. Die Täter konnten damals zwar gefasst, aber wegen der derzeit geltenden Rechtssprechung offenbar nicht verurteilt werden. Der Richter, der damals den Prozess leitete, ist nun ebenfalls zum Opfer geworden. Der Spruch "B. ist schwul", der auf die Fassade des "Café Open" gesprayt wurde, bezieht sich nämlich auf eben diesen Richter. Zudem wurde auch das Privathaus von ihm mit homophoben Slogans besprayt.

Der Zeitpunkt der Anschläge wurde offenbar bewusst gewählt, rechtzeitig zum Start der Pride-Woche in Ljubljana nämlich. Das Innenministerium und die Polizei haben nun bekannt gegeben, dass die Sicherheitsvorkehrung erhöht werden, besonders auch zur Parade am 3. Juli und vor den bekannten Szenelokalen. Oberste Priorität habe der Schutz der Teilnehmer an der Parade, liess das Innenministerium verlauten.