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SERBIEN: Film mit Gay Topic wird Kinogrosserfolg
family image(23.03.12/dom) Eine Pride ist in Serbien leider jeweils nicht möglich, ohne dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt, doch nun überrascht ein Kinofilm gerade mit diesem Thema an den Kinokassen: Es geht um ein schwules Paar, welches in Belgrad versucht eine Gay Pride zu organisieren und dabei auf Drohungen und Gewalt von Rechtsaussengruppierungen stösst.

Es ist nicht ohne Ironie, dass gerade „Parada“, oder mit englischem Titel „The Parade“, zu einem der grössten, kommerziellen Erfolge eines serbischen Filmes wird, greift die bitterschwarze Komödie doch gerade ein Thema auf, welches für sehr viel Zündstoff sorgt im Land. Im Film geht es um ein schwules Paar, welches in der Hauptstadt Belgrad eine Gay Pride organisieren will. Dass dies nicht ohne weiteres geht, zeigt sich auch im realen Leben jedes Jahr von neuem. Gewalt und massive Drohungen von Ultranationalisten, Neonazis und Konservativen zeigen dann jeweils die tief verwurzelte Homophobie in diesen Kreisen. Um die Parade trotzdem möglich zu machen, beschliessen die Beiden, dass sie ehemalige Soldaten aus dem Jugoslawienkrieg engagieren, welche die Teilnehmer der Pride schützen sollen – dabei kommen auch Soldaten aus anderen Ländern Ex-Jugoslawiens zum Einsatz, darunter ein Kroate, ein Moslem aus Bosnien, sowie ein Kosovoalbaner.

Schon alleine der Plot des Films ist äusserst unkonventionell, und Filmemacher Srdjan Dragojevic hat das Drehbuch noch mit jeder Menge äusserst trockenem Humor angereichert, ohne dabei aber die eigentliche Message rund um Toleranz, die Rechte der LGBTs, sowie auch die Kriegsvergangenheit des Landes aus dem Auge zu verlieren. Dabei ist wahrscheinlich gerade die äusserst gelungene Gratwanderung, dass der Film seine Botschaft klar vermittelt, ohne Belehrend zu wirken oder der Propaganda zu verfallen, was den Erfolg von „The Parade“ ausmacht. So haben bereits mehr als eine halbe Million Kinozuschauer den Film gesehen, mehr als „Avatar“ anno dazumal, und ähnlich schauen auch die Besucherzahlen in den Nachbarstaaten Kroatien und Bosnien aus. Diesen Erfolg gleich in diesen drei Ländern konnte seit dem Krieg in den 90ern kein anderer, lokaler Film mehr verbuchen.

Trotz der grossen Anerkennung beim Publikum, gab es erwartungsgemäss auch Gegenkampagnen gegen den Film. So verbot es die einflussreiche katholische Kirche in Kroatien, dass der Film in ihrem eigenen Kino in der Küstenstadt Dubrovnik gezeigt wird. Doch nicht nur das Thema der Homosexualität stiess der Kirche sauer auf, sondern, dass Srdjan Dragojevic allen Kriegsparteien von dazumal die gleiche Schuld am Krieg zuweist. Doch auch die LGBT-Community zeigte sich gespalten über die Botschaft, welche der Film vermittelt. Dem setzte aber der Filmemacher entgegen, dass es wichtig für die Menschen sei, die einfache Message des Films zu verstehen, nämlich, dass es irrelevant ist, welche Nationalität man hat, wie man betet oder mit wem man das Bett teilt…
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Trailer vom Film "Parada":