RUSSLAND: Brutaler Überfall auf Coming
Out Day-Party in Moskau
(12.10.12/dom)
Die Situation für Schwule, Lesben und Transgender in Russland
wird immer dramatischer: 20 bewaffnete und maskierte Angreifer
überfielen am Donnerstag in Moskau eine Party zum Internationalen Coming Out Day. Sie zerstörten die gesamten Räumlichkeiten und
drei Verletzte mussten ins Krankenhaus gebracht werden!
Zum Internationalen Coming Out Day am Donnerstag feierten
rund 50 Schwule und Lesben im "7Freedays Club" eine Party - der
Club nennt sich selber die erste gay and lesbian-friendly Bar in
Russland. Plötzlich stürmten 20 Vermummte in dunklen Kleidern
und mit Masken die Bar und attackierten die Gäste. Einer der
Partygänger erzählte darauf sichtlich schockiert gegenüber der "Moscow
Times", dass die Angreifer ihm Säure angeworfen hätten. Andere
Zeugen sagten, dass die Gruppe während dem fünf bis sechs
Minuten andauernden Überfall die Tische umgekippt hätten und
Mobiliar und Flaschen durch die Räumlichkeiten flogen. Danach
seien die Täter geflüchtet.
Der Veranstalter erklärte zudem, dass die Vermummten auch
bewaffnet gewesen seien. Viele Gäste hätten geblutet, da sie von
Flaschen und Scherben getroffen worden seien. Von den
zahlreichen Verletzten mussten insgesamt drei Personen ins Spital gebracht werden, wovon zwei nach
einigen Stunden wieder entlassen werden konnten. Eine Frau,
welche eine ernsthafte Augenverletzung davon trug, befindet sich
nach wie vor im Krankenhaus.
Es wird angenommen, dass die Täter einer Neonazi oder
ultranationalistischen Gruppierung angehören, da die meisten
laut Zeugenangaben kahlgeschorrene Köpfe hatten. Der Vorfall
ereignet sich zudem nur wenige Tage nachdem eine
nationalistische und orthodoxe Organisation sich mit der Bitte
an den Volksrat wandte, dass man sämtliche Gay Clubs und Gay
Parties in der Hauptstadt Moskau verbieten müsse, da diese
"Werbung für Homosexualität" machen würden!