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RUSSLAND: Auch Moskau will schwulenfeindliches Gesetz einführen
family image(18.11.11/dom) Die Ankündigung von St. Petersburg hat offenbar auch die russische Hauptstadt Moskau inspiriert ein Gesetz aufzugleisen, welches das “Bewerben” von Homosexualität ebenfalls unter Strafe stellen soll. Damit müssten alle mit einer Strafe rechnen, welche sich wohlwollend in Bezug auf Homosexualität äussern, oder welche LGBTs unterstützen.

Was den Schwulen, Lesben und Transgender in Russland blüht, hat sich vor wenigen Tagen eindrücklich gezeigt in der russischen Metropole St. Petersburg (gay.ch berichtete). In der ersten von drei Abstimmungen, welche der Gesetzesentwurf bis zur offiziellen Einführung bestehen muss, sprachen sich die Abgeordneten mit 27 zu 1 Stimme bei einer Enthaltung für das Gesetz aus. Mit dem Gesetz soll neu bestraft werden, wer bei Minderjährigen fürs Homosexualität wirbt. Dabei reicht es offenbar bereits, wenn man sich positiv zu diesem Thema äussert, respektive, wenn man seinen Support für die Schwulen, Lesben und Transgender vor Minderjährigen ausdrückt. Der Begriff „Werben für Homosexualität“ lässt zudem sehr viel Spielraum offen, was in Russland zu weiteren Problemen für die LGBT-Community und deren Supporter führen dürfte.

Der Moskauer Stadtrat für Gesundheitsbelange erklärte nun in einem Interview, dass man derzeit daran arbeite, dieses Gesetz aus St. Petersburg auch für Moskau zu adaptieren. Ein Abgeordneter des Stadtparlaments sprach zudem gegenüber den Medien von einem Gesetz, welches allen helfen werde. Solche Propaganda müsse einfach gestoppt werden.

Auf internationaler Ebene verurteilen zahlreiche Organisationen, wie ILGA Europa, das Vorgehen Russlands. Man sei zutiefst besorgt ob dieser Entwicklungen. Diese Gesetze verstossen ganz klar den internationalen Verpflichtungen, welche die freie Meinungsäusserung und der Kampf gegen Diskriminierung beinhalten. Weiter heisst es von Seiten der ILGA Europa, dass man zudem bestürzt darüber sei, dass dieses Gesetz Homo-. Bi- und Transsexualität in einem Atemzug nenne wie Pädophilie, welches ganz klar eine strafbare, kriminelle Handlung sei.

Die Oblast Rjasan, eine Region südöstlich von Moskau, war die erste, welche ein entsprechendes Gesetz eingeführt hat, und war damit Vorbild für die Bestrebungen in St. Petersburg.