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***UPDATE*** - RUSSLAND: Madonna und die russischen Behörden
family image(18.08.12/dom) Jetzt könnte es doch noch teuer werden für Madonna, und zwar so richtig teuer! Eine Gruppe von 10 Anti-Gay-Aktivisten aus St. Petersburg will Madonna auf 10 Millionen Dollar verklagen...

Man habe sie vorgängig gewarnt, dass sie die geltenden Gesetze in St. Petersburg einhalten solle, doch das habe sie nicht gekümmert und sie habe sich gegen das Anti-Gay-Propaganda-Gesetz ausgesprochen, und sich für die Schwulen, Lesben und Transgender eingesetzt. Dies sei nun mal verboten und daher müsse sie sich den Konsequenzen stellen. So argumentiert eine Gruppe von zehn Anti-Gay-Aktivisten, welche nun eine Klage gegen die Queen Of Pop lanciert haben. Sie seien durch die Aussagen Madonnas moralisch verletzt worden, und daher fordern sie nun je eine Million US-Dollar von der Sängerin.

Die Gründe, welche die Kläger vorbringen, klingen schon fast wie eine Weltverschwörung gegen Russland: Die Aussagen Madonnas hätten direkten Einfluss auf die Schlagkraft Russlands, sich selber zu beschützen. So erklärt einer, dass viele vielleicht diesen Zusammenhang gar nicht bemerkt haben. Vielleicht sei aber eine Junge oder ein Mädchen durch dieses Konzert homosexuell geworden, dadurch würden weniger Kinder geboren und damit kann dieses grosse Land seine Grenzen nicht mehr gegen aussen verteidigen.

Die Gruppe erklärte, dass sie das Geld, welches sie sich durch den Prozess von Madonna erwarten, an ein Waisenhaus spenden werden. Ob die Aktivisten das Geld jedoch jemals sehen werden, ist mehr als fraglich: Während man von den russischen Gerichten noch annehmen kann, dass sie die Klage gutheissen und Madonna verurteilen würden, so würde spätestens ein europäisches Gericht die Klage abschmettern, verstösst dieses Anti-Gay-Propaganda-Gesetz doch nicht zuletzt gegen die Europäischen Menschenrechtskonvention.
 
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***UPDATE*** - RUSSLAND: Madonna und die russischen Behörden
(13.08.12/dom) Der Autor des Gesetzes in St. Petersburg, welches Propagada von Homosexualität verbietet hat angekündigt, Madonna verklagen zu wollen: Dies könnte die Queen Of Pop bis zu 500'000 Rubel, sprich rund 15'300 Franken kosten -> Link

(10.08.12/dom) Madonnas Aktion mit den rosa Armbändern war ein grosser Erfolg und brachte die Debatte um das umstrittene Gesetz international ins Rollen -> zu den Clips

(09.08.12/dom) Und nun ist es offiziell: Madonna löst ihr Versprechen ein und plant eine grossangelegte Aktion gegen das Anti-Gay-Propaganda-Gesetz in St. Petersburg!

Vor ihrem Konzert am Donnerstagabend in St. Petersburg, werden pinkfarbene Armbänder verteilt, lässt die Queen Of Pop ihre Fans via ihrer Facebook-Page wissen, und damit könne jeder der möchte seinen Support gegenüber der LGBT-Community in Russland und in St. Petersburg im speziellen zeigen. Weiter fügte Madonna hinzu, dass die Bänder Teil der Show sein werden und man solle sich bereit machen, um die Arme als Zeichen des Supports zu erheben.

Damit löst Madonna ihr Versprechen ein, welches sie damals im März, als das Anti-Gay-Propaganda-Gesetz in Kraft trat, gab. Die Sängerin erklärte nämlich, dass sie nach St. Petersburg kommen werde um sich für die Gay Community auszusprechen, und um Kraft und Inspiration all jenen zu geben, welche sich eingeschränkt fühlten. Sie sei eine Kämpferin für die Freiheit.

Mit dieser Ankündigung verstösst Madonna direkt und bewusst gegen jenes Gesetz, welches jegliche Form von „Gay-Propaganda“ verbietet. Die Behörden haben dazu bereits angekündigt, dass sie das Konzert genau beobachten und nötigenfalls eingreifen werden. Dieses Gesetz verbietet jegliches positive Darstellen von Homosexualität in der Öffentlichkeit, damit wird die Pressefreiheit massiv eingeschränkt, Gay Prides werden verunmöglicht, die Aufklärung und HIV-Prävention wird massiv erschwert und sogar bereits das Tragen einer Regenbogenfahne kann bestraft werden (gay.ch berichtete).

Wohl auch durch die von vielen als Provokation aufgefasste Aktion von Madonna, gibt es Hinweise für Gewalt und Ausschreitungen rund um ihr Konzert in St. Petersburg vom Donnerstagabend. Aus diesem Grund haben die US-Botschaft in Moskau, sowie auch das US-Konsulat in St. Petersburg eine Warnung an die US-Bürger herausgegeben, welche das Konzert besuchen werden (Bericht siehe unten).
 
Bilder von Madonnas Aktion am Konzert in St. Petersburg:
   
RUSSLAND: US-Botschaft warnt vor Ausschreitungen an Madonna-Konzerten
(08.08.12/dom) So gefällt uns Madonna doch am besten: Sie nutzt ihre Macht als Queen Of Pop und setzt sich bei ihren Konzerten in Russland für die Menschenrechte und die Belange der LGBT-Community ein. Doch, nun sah sich sogar die US-Botschaft in Russland gezwungen, ihre Bürger in Russland zu warnen, dass es möglicherweise zu Ausschreitungen und Gewalt rund um die Madonna-Konzerte kommen könnte.

Es sind offenbar Drohungen von Ausschreitungen und Gewalt im Rahmen des Madonna-Konzerts ausgesprochen worden, welche die US-Botschaft in Moskau, sowie das amerikanische Konsulat in St. Petersburg dazu veranlasst haben, eine Warnung an die US-Bürger herauszugeben, welche vor haben an den beiden russischen Konzerten der Queen of Pop teilzunehmen. Das erste Konzert ging bereits gestern in Moskau über die Bühne, das Zweite ist für morgen in St. Petersburg geplant. Die US-Botschaft und das US-Konsulat, welche die Warnung herausgegeben haben, arbeiten auch eng mit den lokalen, russischen Behörden zusammen. So wurden unter anderem die Sicherheitsvorkehrungen in und rund um die Stadien deutlich erhöht um allenfalls bei Protesten sofort eingreifen zu können. Ob auch Madonna selber ins Visier von irgendwelchen Aktionen geraten ist, wollten die Behörden nicht bekanntgeben.

Während ihrem Konzert vom Dienstag im Olimpisky Stadium in Moskau zeigte sich Madonna dann auch äussert politisch: Wie üblich endkleidete sie sich während „Like A Virgin“ und statt „Fear“ oder andere Slogans, stand diesmal „Pussy Riot“ als „Tattoo“ auf ihrem Rücken. Dazu sagte sie, dass sie wisse, dass es verschiedene Seiten zu dieser Story gibt, und sie wolle nicht respektlos gegenüber der Kirche oder gegenüber der Regierung sein, aber sie denke, was diese Girls gemacht haben, sei sehr mutig gewesen, und die hätten ihren Preis dafür bezahlt. Sie bete dafür, dass sie in Freiheit kommen. Sie verdienen das Recht, frei zu sein, schrie sie der Menge zu.

Spannend dürfte es auch bei ihrem morgigen Konzert in St. Petersburg werden: Bereits im März hat Madonna nämlich angekündigt, dass sie sich trotz dem „Verbot von Gay Propaganda“ für die LGBT-Community einsetzen werde (gay.ch berichtete). Die Behörden ihrerseits haben darauf angekündigt, die Show von Madonna genau zu beobachten. Durch das Gesetz ist es verboten, sich positiv über Schwule, Lesben oder Transgender zu äussern, darunter fällt unter anderem auch bereits das Tragen einer Regenbogenfahne. Verstösst Madonna gegen das Gesetz, in dem sie sich beispielsweise dagegen ausspricht, oder in dem sie die LGBT-Community in ihrem Kampf für mehr Rechte unterstützt, droht ihr eine Geldbusse von bis hin zu 15‘000 Dollar.

Die Warnung der amerikanischen Botschaft in Moskau und dem amerikanischen Konsulat in St. Petersburg:

SECURITY MESSAGE FOR U.S. CITIZENS:
MADONNA CONCERTS

August 7, 2012

This is to alert U.S. citizens in Russia who are planning to attend the Madonna concerts in Moscow on Tuesday, August 7, or in St. Petersburg on Thursday, August 9, that the U.S. Consulate General in St. Petersburg has received information regarding a threat of physical violence against spectators and performers at the St. Petersburg concert on August 9. The U.S. Embassy in Moscow and the U.S. Consulate General in St. Petersburg have shared the information with appropriate Russian law enforcement authorities. Russian authorities have indicated to the Embassy that they are taking appropriate measures in light of this information. While we expect that enhanced security measures will be put in place at both concerts, U.S. citizens are reminded to remain vigilant regarding their personal security, and to be aware of their surroundings at all times, especially in crowded areas.