(21.03.12/dom)
***UPDATE*** Madonna hat in einer Stellungnahme erklärt, dass
sie noch St. Petersburg reisen werde mit ihrer Tour um dort die
Rechte der Gay Communtiy zu verteidigen. Sie renne nicht weg vor
Ungemach, erklärte sie weiter, und sie werde während der Show
gegen dieses unglaubliche Scheusslichkeit sprechen.
(20.03.12/dom)
Im Internet ist eine spannende Debatte ausgebrochen: Am 17.
März hat St. Petersburg das Verbot für “Propaganda von
Homosexualität” in Kraft gesetzt, und nun rufen verschiedene
amerikanische Organisationen dazu auf, die russische Metropole
künftig zu boykottieren – Hoffnungen setzen sie vor allem auf
Pepsi, Mercedes… und auf Madonna.
Es ist ein Gesetz, welches weltweit für Empörung und heftige
Kritik gesorgt hat. Nach einigen Provinzen ist am 17. März nun
auch in St. Petersburg ein entsprechendes Gesetz in Kraft
getreten, welches das “Propagieren von Homosexualität”
verbietet. Damit wird das positive beziehungsweise das sachlich
neutrale Darstellen der gleichgeschlechtliche Liebe per Gesetz
verboten und mit massiven Geldbussen bestraft. Gay Prides werden
dadurch verunmöglicht, wie auch die Medienberichterstattung oder
die Aufklärung an den Schulen. Verschiedene schwullesbische und
Menschenrechtsorganisationen rufen nun zum Boykott von St.
Petersburg auf, da durch dieses Gesetz die freie
Meinungsäusserung massiv eingeschränkt werde und da Schwule,
Lesben und Transgender auf diese Weise zum Schweigen gebracht
werden. Diese Forderung stellen sie vor allem an die grossen
Konzerne Mercedes-Benz und PepsiCo, aber auch an Madonna.
Mercedes-Benz und PepsiCo haben sich als Partner für das
diesjährige Wirtschaftsforum St. Petersburg eingeschrieben,
welches vom 21. bis zum 23. Juni stattfinden wird. Die
Organisationen richten ihren Appell an die beiden Konzerne,
damit sie ihre Teilnahme als Statement für ihr Diversity
Management absagen. Doch sie fordern auch alle Künstler und
Athleten auf, dass sie ihre Teilnahme an den zahlreichen Sport-
und Konzertveranstaltungen in diesem Sommer in St. Petersburg
absagen. Dabei haben sie ihren Fokus vor allem auf Madonna
gerichtet, welche mit ihrer Tournee am 9. August einen Gig in
der Stadt haben wird. Gerade über jenes Konzert ist in
Internetforum nun ein wahrer Streit entbrannt. Während einige
schreiben, dass Madonna das Konzert aus finanziellen Gründen
wohl kaum absagen werde, so finden andere, dass sie gerade trotz
diesem Gesetz nach St. Petersburg reisen solle um sich dort
öffentlich während ihrem Konzert für die Gay Community und gegen
das Gesetz einzusetzen. Das bringe vielmehr als ein Boykott,
glauben diese Fans.
Doch es kommt nicht nur Druck von Seiten der Schwulen- und
Menschenrechtsorganisationen, sondern auch Staaten melden sich
diesbezüglich zu Wort. So erklärte etwa der kanadische
Aussenminister John Baird vor dem Unterhaus, dass er sich grosse
Sorgen mache aufgrund dieses Gesetzes, welches völlig gegen die
kanadischen Werte und Ansichten in Bezug auf die
Meinungsfreiheit, die Menschenrechte und die gesetzlichen
Regelungen. Kanada habe dazu auch einen offiziellen Protest in
Russland deponiert. Zudem, so erklärte er weiter, habe man eine
Reisewarnung an alle Touristen ausgegeben, welche St. Petersburg
besuchen wollen. Darin schreibt das kanadische
Aussenministerium, dass Homosexualität zwar legal sei, aber sehr
stark abgelehnt werde. Weiter gehen sie in der Beschreibung auch
auf auf die neu geltende Gesetzgebung ein.
Bei der Reisehinweisen zu Russland vom "Eidgenössisches
Departement für auswärtige Angelegenheiten" wird darauf
hingewiesen, dass Übergriffe auf Personen, welche sich in der
Öffentlichkeit als homosexuell zu erkennen geben, vorkommen,
doch explizit auf die neue Gesetzgebung wird noch nicht
eingegangen.
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