templates image

RUSSLAND: Wieder Verhaftungen in St. Petersburg
family image(08.07.12/dom) Wieder sind in St. Petersburg acht Aktivisten verhaftet worden, welche am Samstag gegen das "Anti-Gay-Propaganda-Gesetz" protestierten...

Zwei LGBT-Protestaktionen in der zweitgrössten, russischen Stadt, St. Petersburg, wurden von der Polizei erneut bereits im Keim erstickt. Bei der ersten Demo gegen das "Anti-Propaganda-Gesetz", welches die Stadt im Frühling eingeführt hat (gay.ch berichtete), wurden am Samstag in einem Park drei Aktivisten festgenommen. Als später die zweite Aktion beim Smolny-Denkmal gestartet wurde, war die Polizei erneut sehr schnell vor Ort und nahm fünf weitere Personen fest. Unter den Verhafteten war auch einmal mehr der bekannte Aktivist Yury Gavrikov.

Am 6. Juli kam es in St. Petersburg zudem zu einem an sich unlogischen, aber erstmals erfreulichen Ereignis: Die Behörden erlaubten tatsächlich eine Gay Pride - etwas, was es durch das "Anti-Gay-Propaganda"-Gesetz gar nicht geben dürfte. Aus diesem Grund erstaunt es auch kaum, dass nur Stunden später nach der Bewilligung eine andere Behörde einschritt und die Pride wieder offiziell verboten hat. Als weitere Begründung gab sie an, dass eine enorme Anzahl an Einwohner der Stadt diesen Anlass nicht haben wollen.

Wie Yury Gavrikov als Mitveranstalter aber erklärt, wolle man trotz des Verbots an der Gay Pride festhalten. Man habe die Bewilligung der Behörden in Händen, er hielt gleichzeitig aber auch fest, dass wohl weniger als die 300 erwarteten Teilnehmer mitmachen werden, da die Stadt die Bewilligung ja wieder zurückgezogen habe. Dass die Polizei wieder mit einem massiven Aufgebot vor Ort sein wird, ist jetzt schon klar, es stellt sich jedoch die Frage, ob auch noch das "Anti-Gay-Propaganda"-Gesetz zu tragen kommt. Dann würde den Veranstaltern und den Teilnehmern eine Busse zwischen 150 und 15000 US-Dollar drohen.
Halte Dich auf dem Laufenden: