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RUSSLAND: Dritte Provinz führt Anti-Gay-Gesetz ein
family image(30.12.11/dom) Bereits hat eine dritte Provinz in Russland ein Anti-Gay-Gesetz eingeführt. Gleichzeitig wurden wieder zahlreiche Schwulenaktivisten verhaftet, als sie gegen das Gesetz protestiert haben.

Die derzeitigen Entwicklungen in Russland sind alles andere als erfreulich: Nachdem bereits zwei Provinzen ein Anti-Gay-Gesetz eingeführt haben, und die Metropolen St. Petersburg (gay.ch berichtet) und Moskau (gay.ch berichtet) ebensolche angekündigt haben, so ist nun mit Kostroma eine dritte Provinz hinzugekommen, welche ein Gesetz durchgewunken hat, welches es den Schwulen, Lesben und Transgender verbietet, für Homosexualität "zu werben" oder sich öffentlich dafür stark zu machen.

Obwohl Russlands Vladimir Putin in Bezug auf die Proteste gegen seine Regierung erklärte, dass die Menschenrechte gewahrt werden, und dass Proteste erlaubt seien, so scheint dies nicht für Schwule, Lesben und Transgender zu gelten. Als nämlich ein paar Aktivisten in der Provinz Kostroma gegen das Gesetz protestierten kannte die Polizei keine Gnade und nahm zugleich fünf von ihnen fest. Die Männer reisten nach St. Petersburg und führten Posters mit sich. So sprachen sie sich unter anderem auch dagegen aus, dass Schwule mit diesem neuen Gesetz mit Pädophilen gleichgesetzt werden.

Ähnliche Gesetze wie jenes, welches nun in Kostroma eingeführt wurde, gibt es bereits seit 2006 in Ryazan, und seit Anfangs 2011 in Arkhangelsk. In St. Peterburg hat das Gesetz bereits eine erste Hürde bereits genommen, und in der Hauptstadt Moskau haben die Debatte vor einigen Wochen begonnen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, rufen die Aktivisten zu internationalen Protesten auf. So wurden unter anderem über 250'000 Unterschriften der Vertreterin der EU für Aussen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, übergeben, damit sie sich für die Rechte der LGBTs in Russland einsetzt (gay.ch berichtete).

Die Aktivisten erklärten, dass sie trotz der Verhaftungen weiter demonstrieren werden. Doch sie mussten bereits einen Rückschlag akzeptieren: So urteilten die Richter am russischen Verfassungsgericht im Januar 2010, dass das Gesetz in der Provinz Ryazan nicht gegen das in der Verfassung verankerte Recht auf freie Meinungsäusserung verstosse. Über das Gesetz der Provinz Arkhangelsk werden ebenfalls die Richter zu entscheiden haben.

Es wird erwartet, dass das UN Menschenrechtskomitee im Juli 2012 sich ebenfalls mit den Anti-Gay-Gesetzen beschäftigen wird, wie auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, bei dem noch eine entsprechende Klage gegen Russland hängig ist. Obwohl diese Urteile bindend wären, ist es fraglich ob sich in Russland etwas ändern wird. Ein Urteil besagte nämlich auch, dass die Gay Prides in Moskau und St. Petersburg offiziell erlaubt werden müssten, doch trotzdem haben die Behörden die Events jeweils bereits im Vorfeld verboten.