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RUSSLAND: Aeroflot zwingt schwulen Flight Attendant zur Ehe mit einer Frau
family image(30.01.12/dom) Heiraten Sie eine Frau oder Sie sind ihren Job los!: Sein Boss bei der russischen Fluggesellschaft Aeroflot forderte den 25-jährigen Steward Maxim Kupreev auf eine Frau zu heiraten, wenn er nicht gefeuert werden will. Nun formt sich Widerstand - ein Boykott und Demonstrationen sind für Anfangs Februar angesagt.

Nicht zuletzt um das homophobe Klima bei seinem Arbeitgeber, der staatlichen, russischen Fluggesellschaft Aeroflot zu verbessern entschied sich der 25-jährige Maxim Kupreev, seines Zeichens Flight Attendant bei Aeroflot, eine LGBT-Gruppe innerhalb der Aeroflot zu gründen, wie sie bei anderen, internationalen Fluggesellschaften und Konzernen längst üblich sind. Doch dies war seinen Chefs ein Dorn im Auge, mehr sogar, sie zitierten ihn in ihr Büro und erklärten dem Steward, dass er seinen Job los sei, wenn er keine Frau heirate.

Schon von Anfang an wurden Kupreev Steine in den Weg gelegt. Als er die Gründung einer LGBT-Gruppe innerhalb der Aeroflot am 20. Juni öffentlich verkündet hat, wollte die Airline selber nichts davon wissen. Eine Sprecherin erklärte damals tags darauf gegenüber der französischen Presseagentur, dass es keine solche Gruppe innerhalb der Aeroflot gebe, zudem solle das Privat- und das Berufsleben voneinander getrennt werden.

Das Ziel von Maxim Kupreev, den Anti-Diskriminierungsartikel im firmeninternen Personalhandbuch um „sexuelle Oritentierung und Geschlechterindentität“ auszuweiten, wurde damit noch schwieriger. Ebenso rückte die Forderung, dass die Fluggesellschaft die gleichgeschlechtlichen Partner von schwullesbischen Arbeitnehmern zu akzeptieren, in weite Ferne, da Aeroflot keine Anstalten machte, die LGBT-Gruppe überhaupt zu akzeptieren und ernst zu nehmen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Maxim Kupreev in seiner Not tatsächlich eine Frau geheiratet, da er seinen Job nicht verlieren wollte. Er hielt das Ultimatum, welches ihm auferlegt worden war ein, indem er am Ende 2011 Sofia Mikhailova, eine ehemalige Schulfreundin. Doch dafür musste diese ihre Ehe zu Grigoriy Andreykin auflösen. Die Scheidung wurde am 11. Oktober vollzogen, und damit stand der Hochzeit zwischen Kupreev und  Mikhailova nichts mehr im Wege.

Doch mit dieser Ehe beugte sich Maxim Kupreev zwar der Fluggesellschaft Aeroflot, doch damit war sein Widerstand noch lange nicht fertig. Nikolai Alekseev, der bekannte Schwulenaktivist aus Moskau, hat von diesem Vorfall Wind bekommen und er setzt sich nun für die Belange des Flight Attendant ein. So ruft er nun zusammen mit anderen Aktivisten und Organisationen öffentlich zu einem Boykott von Aeroflot auf, und ab dem 9. Februar sollen auch Protestaktionen vor den Büros der Fluggesellschaft in Moskau stattfinden.
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