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MALAWI: Schwules Paar wurde begnadigt

family image(29.05.2010/dom) Es hat international massive Proteste gehagelt. Zahlreiche Organisationen und Regierungen haben Malawi aufgefordert, das Urteil gegen das schwule Paar nochmals zu überdenken: Nun hat der Präsident des afrikanischen Landes reagiert und die beiden Männer begnadigt und freigelassen.

Die beiden Schwulen wurden per Gerichtsverfahren zur höchstmöglichen Strafe, welche für Homosexualität vorgesehen ist, verurteilt: 14 Jahre Haft inklusive Zwangsarbeit. Verschiedene Regierungen und zahlreiche Organisationen haben Protest eingelegt und Malawi aufgefordert, dieses Urteil neu zu beurteilen. Auch wurden mittels Petitionen weltweit Unterschriften gesammelt um die Freilassung von Steven Monjeza (26) und Tiwonge Chimbalanga (20) zu erreichen. Auch Madonna, welche sich seit Jahren mit Entwicklungsprojekten in Malawi betätigt, meldete sich mit einem offenen Brief an die Regierung des Landes und rief zum Unterschreiben einer Onlinepetition auf.

Die Proteste haben nun offenbar Wirkung gezeigt. Zusammen mit Ban Ki Moon, dem UN-Generalsekretär, teilte Malawis Präsident Bingu wa Mutharika an einer Pressekonferenz mit, dass er die beiden Schwulen begnadige und ihre Freilassung sofort in die Wege leiten werden. Ban Ki Moon zeigte sich sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.
 
MALAWI: Höchststrafe für das schwule Paar

(20.05.2010/dom) Heute Morgen wurde das Urteil für die beiden Schwulen verkündet: Sie sind mit der Höchststrafe von 14 Jahren mit Zwangsarbeit verurteilt worden.

Das Interesse an diesem Prozess war enorm: Nicht nur der Gerichtssaal platzte aus allen Nähten, sondern auch vor der Gerichtsgebäude versammelten sich Tausende, sodass sogar die Strasse gesperrt werden musste. Der Richter betonte, dass er die Höchststrafe auch deshalb ausgesprochen habe, damit eine abschreckende Wirkung davon ausgehe. Die Öffentlichkeit müsse von den Beiden geschützt werden, erklärte der Richter weiter.

Bereits haben sich verschiedenste Menschenrechtsaktivsten zum Urteil geäussert und es unisono als "untragbar" bezeichnet. Als wenn die Verurteilung nicht schon genug gewesen wäre, wurden die beiden Angeklagten auch noch in aller Öffentlichkeit gedemütigt. Sie wurden während dem Prozess immer wieder aufs derbste beschimpft.  Tiwonge Chimbalanga litt zudem an Malaria und musste trotzdem vor Gericht erscheinen, angeblich wurden die Beiden zudem auch noch gefoltert, während der Haft.

Dieser Prozess könnte Konsequenzen für ganz Malawi haben: Das Land gilt als eines der allerärmsten der Welt, und es ist sehr stark von internationaler Entwicklungshilfe abhängig. Mehrere Organisationen haben bereits angekündigt, dass sie die Hilfslieferungen im Falle einer Verurteilung drastisch reduzieren, wenn nicht gar ganz einstellen werden.
 
MALAWI: Verfahren gegen schwules Paar eröffnet

(18.05.2010/dom) Das Verfahren gegen das schwule Paar, welches im vergangenen Dezember in Malawi in einer traditionellen Hochzeitszeremonie geheiratet haben, ist eröffnet worden.

Es sei ein geplantes und ausgeführtes Verbrechen gewesen, erklärte Barbra Mchenga, ihres Zeichens Staatsanwältin von Malawi. Aus diesem Grund forderte sie bei der Verfahrenseröffnung am Dienstag eine Haftstrafe von 14 Jahren für die Beiden - damit forderte sie das höchstmögliche Strafmass, welches für Homosexualität gilt. Die Urteilsverkündung soll am Donnerstag stattfinden.

Die massiven internationalen Proteste (siehe unten), unter anderem auch von Amnesty International, zeigten bislang offenbar keinen Erfolg.
 
MALAWI: Gleichgeschlechtliches Paar verhaftet - Amnesty International protestiert scharf
Brief an den Konsul von Malawi in Zürich (PDF, 35 kB) 
Brief herunterlanden, audrucken, unterschreiben und einsenden!

(21.04.2010/lp) Am 28. Dezember 2009, zwei Tage nachdem sie in der Stadt Blantyre eine 'traditionelle Hochzeitszeremonie' veranstaltet hatten, wurden Steven Monjeza (26) und Tiwonge Chimbalanga (20) , wegen 'unnatürlicher Praktiken zwischen Männern und öffentlicher Unsittlichkeit' verhaftet.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert die Behörden in Malawi nachdrücklich auf, die beiden aufgrund ihrer Homo- beziehungsweise Transsexualität verhafteten Männer unverzüglich und bedingungslos freizulassen. Der Prozess gegen die zwei Malawier soll im April beginnen.

Da die Verhaftung der beiden Männer ausschliesslich auf deren sexuelle Orientierung zurückzuführen ist, hat sich nun auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International eingeschaltet und verlangt die unverzügliche und bedingungslose Freilassung der beiden Beschuldigten. Deren Verhaftung stelle nämlich eindeutig eine Diskriminierung und eine Verletzung ihrer Rechte auf Meinungsfreiheit und Privatsphäre dar. Es liegt somit laut Amnesty International eine grobe Verletzung der Menschenrechte und auch der bürgerlichen und politischen Rechte der 'Afrikanischen Charta' vor. Beide Übereinkommen habe der malawische Staat unterschrieben und sich somit zu deren Einhaltung verpflichtet.

Zudem kritisiert Amnesty International die Behörden des Landes, da die beiden Beschuldigten gewaltsam anal amtsärztlich untersucht worden wären. 'Experten' wollten damit feststellen, ob ein Analverkehr zwischen den beiden stattgefunden habe. Eine Methode, die von international anerkannten Fachleuten als 'nicht stichhaltig und höchst zweifelhaft' angesehen wird, zumindest wenn es sich um kein gewaltsames Eindringen eines der Männer in den Anus des Anderen - etwa im Rahmen einer Vergewaltigung - handelt. Sollten die malawischen 'Experten' jedoch zu dem Schuss kommen, dass Analverkehr stattgefunden habe, würde den beiden auch eine Anklage wegen 'Sodomie' nach den Gesetzen des Landes drohen. Darauf stehen immerhin bis zu 14 Jahre Haft. Derartige gewaltsame 'amtsärztliche Untersuchungen' würden gegen das Verbot der Folter verstossen und eine unmenschliche, erniedrigende und höchst demütigende Behandlung darstellen, meint Amnesty International. Zudem würde eine derartige Untersuchung gegen die in der Tokyo-Erklärung (1975) international festgelegte 'medizinische Ethik' verstossen.

Amnesty International warnt auch davor, dass durch derartige Fälle Männer, die Männer lieben (MSM) weiter in den Untergrund gedrängt werden würden und damit die HIV-Prävention weiter behindert werden könnte. Bereits jetzt ist die HIV-Rate in Malawi überdurchschnittlich hoch, und auch hier habe sich der Staat im Rahmen der internationalen AIDS-Strategie verpflichtet, in den Jahren 2009 bis 2013 verstärkt Massnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung von HIV zu erarbeiten.

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