(21.04.2010/lp) Am 28.
Dezember 2009, zwei Tage nachdem sie in der Stadt Blantyre eine
'traditionelle Hochzeitszeremonie' veranstaltet hatten, wurden
Steven Monjeza (26) und Tiwonge Chimbalanga (20) , wegen
'unnatürlicher Praktiken zwischen Männern und
öffentlicher Unsittlichkeit' verhaftet.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International
fordert die Behörden in Malawi nachdrücklich auf, die
beiden aufgrund ihrer Homo- beziehungsweise Transsexualität
verhafteten Männer unverzüglich und bedingungslos
freizulassen. Der Prozess gegen die zwei Malawier soll im April
beginnen.
Da die Verhaftung der beiden Männer ausschliesslich auf deren
sexuelle Orientierung zurückzuführen ist, hat sich nun
auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International
eingeschaltet und verlangt die unverzügliche und bedingungslose
Freilassung der beiden Beschuldigten. Deren Verhaftung stelle
nämlich eindeutig eine Diskriminierung und eine Verletzung
ihrer Rechte auf Meinungsfreiheit und Privatsphäre dar. Es
liegt somit laut Amnesty International eine grobe Verletzung der
Menschenrechte und auch der bürgerlichen und politischen Rechte
der 'Afrikanischen Charta' vor. Beide Übereinkommen habe der
malawische Staat unterschrieben und sich somit zu deren Einhaltung
verpflichtet.
Zudem kritisiert Amnesty International die Behörden des Landes,
da die beiden Beschuldigten gewaltsam anal amtsärztlich
untersucht worden wären. 'Experten' wollten damit feststellen,
ob ein Analverkehr zwischen den beiden stattgefunden habe. Eine
Methode, die von international anerkannten Fachleuten als 'nicht
stichhaltig und höchst zweifelhaft' angesehen wird, zumindest
wenn es sich um kein gewaltsames Eindringen eines der Männer in
den Anus des Anderen - etwa im Rahmen einer Vergewaltigung -
handelt. Sollten die malawischen 'Experten' jedoch zu dem Schuss
kommen, dass Analverkehr stattgefunden habe, würde den beiden
auch eine Anklage wegen 'Sodomie' nach den Gesetzen des Landes
drohen. Darauf stehen immerhin bis zu 14 Jahre Haft. Derartige
gewaltsame 'amtsärztliche Untersuchungen' würden gegen das
Verbot der Folter verstossen und eine unmenschliche, erniedrigende
und höchst demütigende Behandlung darstellen, meint
Amnesty International. Zudem würde eine derartige Untersuchung
gegen die in der Tokyo-Erklärung (1975) international
festgelegte 'medizinische Ethik' verstossen.
Amnesty International warnt auch davor, dass durch derartige
Fälle Männer, die Männer lieben (MSM) weiter in den
Untergrund gedrängt werden würden und damit die
HIV-Prävention weiter behindert werden könnte. Bereits
jetzt ist die HIV-Rate in Malawi überdurchschnittlich hoch, und
auch hier habe sich der Staat im Rahmen der internationalen
AIDS-Strategie verpflichtet, in den Jahren 2009 bis 2013
verstärkt Massnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung von
HIV zu erarbeiten.
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