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KUBA: Präsidententochter führt Gay Pride in Havana an
family image(14.05.12/dom) Sie setzt sich mit Vehemenz für die Schwulen, Lesben und Transgender ein, und deshalb überrascht es auch kam, dass Mariela Castro, die Tochter des kubanischen Präsidenten Raul Castro, an der Spitze der Gay Pride in Havana mitlief – doch es gab noch eine wirkliche Überraschung: Sie verriet, dass auch ihr Vater sich für LGBT-Rechte einsetzen wolle.

Am vergangenen Samstag prägten Regenbogenfahnen das Bild auf der Strasse der kubanischen Hauptstadt Havana. Der Grund: Rund 400 Personen liefen am „Gay Rights March“ mit um für mehr Rechte für Schwule, Lesben und Transgender zu kämpfen. In der vordersten Reihe mit dabei war auch Mariela Castro, die Tochter des aktuellen kubanischen Präsidenten Raul Castro, dem Bruder von Fidel Castro. Die Veranstaltung stand in Verbindung mit dem Internationalen Tag gegen Homophobie, welcher jeweils am 17. Mai stattfindet. Selbstverständlich waren auch auf Kuba die Worte von US-Präsident Barack Obama von letzter Woche ein Thema. So lobte Mariela Castro das klare Bekenntnis und erklärte, dass dies einen enormen Wert und damit auch Einfluss auf andere habe. Doch sie blieb auch nüchtern in Bezug auf ihre Erwartungen: Die Worte seien zwar ganz nett gewesen, doch gebe es nach wie vor keine Anzeichen dafür, dass sich die amerikanische Regierung wirklich daran mache, um eine gesetzliche Basis für Marriage Equality zu legen.

Für eine grosse Überraschung sorgte Mariela Castro aber, als sie erklärte, dass auch ihr Vater sich für die LGBT-Rechte einsetzen wolle. In privaten Gesprächen habe er dies mehrfach betont, erklärte sie, und er habe angedeutet, dass er im Hintergrund daran arbeite, das kubanische Familiengesetz diesbezüglich zu überarbeiten. Dies sei ein Teil seiner Strategie und Taktik, sie werde ihn aber sicherlich nicht dazu drängen, solche Aussagen öffentlich zu mache, da sie vielmehr an konkreten Resultaten interessiert sei, fügte sie weiter hinzu. In den Anfangszeiten unter Fidel Castro wurden viele Schwule, Lesben und Transgender aus ihren Regierungsjobs gefeuert, viele wurden ins Gefängnis oder in Arbeitslager gesteckt, andere wurden gezwungen zu fliehen und im Exil zu leben. Dafür entschuldigte sich Fidel Castro später öffentlich, indem er erklärte, dass seine damaligen Ansichten über Homosexualität falsch gewesen seien, und ein Resultat der damaligen Zeit waren.

Doch ganz überstanden sind die Diskriminierungen nach vor nicht: Noch immer kommt es vor, dass die Polizei Gay Parties auflöst, doch dies soll bald wirklich der Vergangenheit angehören. So erklärte Mariela Castro weiter, dass sie hoffe, dass das kubanische Parlament bei einer der nächsten Tagungen im Juli auch das Thema Marriage Equality aufgreife. Wenn das passiere, zeigte sich die Präsidententochter überzeugt, werde dies auch die Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren in Kuba stark weiterentwickeln.
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