(25.09.12/dom)***UPDATE***
Die Anhörung von Roger Jean-Claude Mbédé, bei welcher
entschieden wird, ob er wegen seiner SMS für weitere zwei Jahre
ins Gefängnis muss, wurde vertagt. Eigentlich hätte die
Entscheidung am 17. September fallen sollen, doch nun wurde als
nächster Termin der 19. November genannt. Möglicherweise kann
Mbédé aber bis dann auf Kaution freikommen. Verschiedene
Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Verschiebung der
Anhörung scharf und beurteilen dies als taktisches Manöver der
Behörden. Sie glauben, dass die Regierung damit nur erreichen
möchte, dass Gras über die Angelegenheit wächst und der Prozess
damit international weniger Beachtung erreicht. Sie fordern
daher einen sofortigen Freispruch von Mbédé, und dass Kamerun
die Gesetze dahingehend ändern, dass Homosexualität nicht mehr
strafbar ist.
(17.09.12/dom)
Roger Jean-Claude Mbédé schrieb im vergangenen Jahr einem anderen
Mann folgende SMS: “I'm very much in love w/u.", und diese
Kurznachricht brachte ihm eine 3-jährige Gefängnisstrafe ein. Am
Montag startet nun eine neue Anhörung vor Gericht, ob Mbédé
frühzeitig aus der Haft entlassen werden soll. AllOut.org hat
eine Onlinepetition gestartet um den internationalen Druck auf
Kamerun zu erhöhen – das Ziel von 100‘000 Unterschriften ist
praktisch geschafft.
Die Anwendung jenes Gesetzes, welches Roger Jean-Claude
Mbédé ins Gefängnis gebracht hat, solle ausgesetzt werden: Dies
fordern die Initianten einer Onlinepetition, welche von
AllOut.org (LINK) ins Leben gerufen wurde. Gerichtet ist diese
Unterschriftensammlung an den Staatspräsident, sowie auch an den
Justizminister von Kamerun. Schuld an der Haftstrafe von drei
Jahren ist einzig eine schlichte SMS, welche Mbédé an einen
anderen Mann geschickt hat. Der verhängnisvolle Satz "I'm very
much in love w/u." hat gereicht, um ihn vor Gericht zu bringen
und dort für homosexuelles Verhalten verurteilt zu werden. Nach
mehr als einem Jahr im Gefängnis kommt es am Montag zu einer
weiteren Anhörung, und dort wird auch entschieden, ob er
allenfalls aus der Haft entlassen wird oder ob er weitere zwei
Jahre einsitzen muss.
Doch, auch wenn er, was wir alle hoffen, aus der Haft entlassen
wird - was erwartet Roger Jean-Claude Mbédé nach seiner
Entlassung? Er selber macht sich grosse Sorgen. Seine Familie
habe sich von ihm abgewandt und gesagt, dass er gefährlich sei,
und dass sie nicht mit einem Homosexuellen zusammenleben können.
Ganz Kamerun kenne nun seinen Namen und sein Gesicht, erklärte
Mbédé weiter, und er habe keine Chance zurück an die Schule zu
gehen oder einen Job zu bekommen. Ähnlich klingt es von Alice N’kom, einer Anwältin, welche sich für die LGBT-Community vor
Ort einsetzt und diese auch vor Gericht verteidigt. Es gebe mehr
und mehr junge Kameruner, deren Leben und Existenz zerstört
werde, weil sie aufgrund ihrer Homosexualität verurteilt wurden
und damit öffentlich an den Pranger gestellt werden.
Setzte ein Zeichen und unterschreibe die Onlinepetiton:
www.allout.org/roger
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