(16.10.12/dom)
Er durchlebte so einiges an Turbulenzen in Kambodscha. Am
vergangenen Montag verstarb der ehemalige König des Landes,
Norodum Sihanouk, im Alter von 89 Jahren in einem Spital in
Peking. Im Jahr 2004 sorgte er für eine wahre Sensation: Er
sprach sich damals dafür aus, dass die Ehe für
gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden soll.
Ob es wohl mit dem jetzigen König Kambodschas zu tun hat? Er
ist der Sohn des nun verstorbenen König Norodum Sihanouk und
er wurde 2004 gekrönt, nachdem Norodum Sihanouk aus
gesundheitlichen Gründen abdanken musste. Der Sohn heisst
Norodom Sihamoni, war der kambodschanische Botschafter der
UNESCO und lernte Ballet in Tschechien und Frankreich zwischen
1981 und 2001. Mittlerweile ist er 59-jährig und er war nie
verheiratet. Sein Vater erklärte damals, dass sein Sohn Frauen
wie seine Schwestern liebe - ob das wohl ein versteckter Hinweis
gewesen ist? Denn just im gleichen Jahr erklärte der damalige
König auch, dass er die Ehe in Kambodscha für
gleichgeschlechtliche Paare öffnen würde. Dies, nachdem er im
Fernsehen schwullesbische Paare sah, welche in San Francisco
geheiratet haben. Er sagte damals, dass er selber nicht schwul
sei, aber er respektiere die Rechte der Schwulen und Lesben. Und
er fügte hinzu, dass es schliesslich nicht deren Fehler sei,
dass sie so geboren worden seien.
Dass der nun verstorbene, ehemalige König Norodum Sihanouk nicht schwul
war, liegt auf der Hand, war er doch fünf oder sechs Mal
verheiratet und hatte mindestens vierzehn Kinder. Doch nicht nur
dies lässt auf einen turbulenten Lebensstil schliessen, sondern
auch politisch musste der König teils äusserst schwere und
dramatische Zeiten durchleben. Er wurde 1941 im Alter von
gerade mal 18 Jahren zum König, denn die französischen
Kolonialmächte liessen diesbezüglich ihre Muskeln spielen, da
sie fanden, dass der Junge einfacher zu manipulieren ist, als
dessen Vater. Der König half danach aktiv mit, Kambodscha 1953
in die Unabhängigkeit zu führen. Während dem Vietnamkrieg sorgte
er dafür, dass das Land neutral blieb und sich weder auf die
Seite der Kommunisten, noch auf die Seite der Amerikaner schlug.
Doch trotzdem vielen zwischen 150'000 und 600'000 Menschen in
Kambodscha dem Krieg zum Opfer, da die Amerikaner Kambodscha
trotzdem bombardierten, weil sie vermuteten, dass Viet Cong über
die Grenze geflüchtet sind.
Danach folgte ein weiteres, äusserst dunkles Kapitel in der
Geschichte Kambodschas: Mit Unterstützung der Amerikaner
schaffte es Lon Nol an die Spitze des Landes und er ging darauf
ein Bündnis mit dem Führer der Roten Khmer, Pol Pot, ein. König
Norodum Sihanouk musste darauf ins Exil nach China flüchten. In
die Zeit danach fällt der brutale Genozid durch die Rote Khmer,
welcher insgesamt 1.7 Millionen Tote foderte. Erst 1990 konnte
der König wieder aus seinem Exil nach Kambodscha zurückkommen,
und 1993 wurde er schliesslich wieder zum König
von Kambodscha gekrönt.
Nach Bekanntwerden seines Todes am Montag würdigte
auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon das Leben von Norodum
Sihanouk, und dass er sich während einer derart langen Zeit
unermüdlich für sein Land eingesetzt habe. Dadurch habe er sich
nicht zuletzt auch international grössten Respekt verdient.
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