(30.10.12/dom)
Rosario Crocetta ist nicht zu bremsen: Zuerst war er der
erste offen schwule Bürgermeister in Italien, nun wurde er am
Sonntag zum zweiten schwulen Präsident einer italienischen
Region gewählt, doch damit hat er seine politischen Ziele noch
nicht erreicht. Nun möchte er auch noch Leader der italienischen
Partito Democratico werden.
Er sorgte damals für Schlagzeilen, als er im Jahr 2003 für
das Amt des Bürgermeisters der sizilianischen Stadt Gela antrat
und während dem Wahlkampf von seinem politischen Gegner geoutet
wurde. Geschadet hat es ihm damals nicht, da er nicht zuletzt
wegen seinem unerschrockenen Kampf gegen die Mafia viele
Sympathien in der Bevölkerung genoss. Damals erklärte er, dass
seine Partei, die Partito Democratico, ihn nach dem Outing nicht
mehr als Kandidat gewollt habe, genützt hat es wenig, denn
Rosario Crocetta liess sich nicht von seinem Weg abbringen. Er
wurde gewählt und damit zum ersten offen schwulen Bürgermeister
in ganz Italien.
Am vergangenen Sonntag ging es mit Crocettas politischer
Karriere einen Schritt weiter: Mit mehr als dreissig Prozent der
Stimmen gewann er die Wahlen und wurde damit zum Präsidenten der
Region Sizilien gewählt. Damit schlug er auch die
rechtsgerichtete Popolo delle Libertà, welche das Amt des
Präsidenten in den letzten zehn Jahren inne hatten. Damit ist
Rosario Crocetta nach Nichi Vendola aus Puglia der zweite
homosexuelle Präsident einer italienischen Region. Viel
erreichen für die LGBT-Community kann Crocetta wohl aber nicht, wurde
er doch durch ein Bündnis mit den Christdemokraten gewählt, einer
Mittepartei, welche der katholischen Kirche nahe steht.
Für etwas Verwirrung sorgten die Äusserungen von Rosario
Crocetta während dem Wahlkampf. So erklärte er, dass er sich im
Falle eines Sieges von Sex und seiner Sexualität verabschieden
werde. Er werde dann nur noch mit Sizilien und den Sizilianern
verheiratet sein. In einem weiteren Interview sagte er zudem,
dass Keuschheit der beste Weg für ein Leben als Politiker sei.
Wenn man mit solch einer Verantwortung umgehen müsse, müsse man
ruhig und umsichtig sein.
Mit der Wahl zum Präsident von Sizilien ist Crocettas
politischer Hunger aber offenbar noch lange nicht gestillt.
Bereits hat er ein neues Amt ins Auge gefasst. Er möchte auch
noch nationaler Leader seiner Partei, der Partito Democratico,
werden.
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