(29.06.10/dom)
Am 18. Pride March in Istanbul vom vergangenen Sonntag waren
es vor allem die Mütter, welche für Aufsehen sorgten. Sie
demonstrierten für die Akzeptanz ihrer Söhne und Töchter.
Mit Schildern wie "Ich bin an der Seite meines Sohnes" oder
"Fass mein Kind nicht an" waren auffallend viele Mütter und
Familienangehörige unter den rund 4'000 Teilnehmern des 18.
Pride March in Istanbul. Dabei nahmen sie vor allem auf die
jüngsten, gewaltsamen Überfälle Bezug, welche sich in den
vergangenen Monaten in der türkischen Hafenstadt ereignet haben.
Die Schwulen, Lesben und Transgender trugen zudem auch
Transparente auf türkisch, wie auch auf armenisch und kurdisch,
auf denen beispielsweise stand: "Wir sind hier, gewöhnt Euch
dran!" oder "Wir sind nicht im Krankenhaus, wir sind auf der
Strasse!"
Organisiert wurde der Demonstrationszug von den Vereinen "Lambda
Istanbul" und "Kaos GL", aber auch diverse andere
Organisationen, wie "Radar", den "bunten Studierenden" der
Universität Istanbul, und "Pembe Hayat", eine
Transsexuellen-Organisation, unterstützten den Pride March. Aus
Berlin reisten zudem im Namen von "Türkiyemspor Berlin" deren
Türkeivertreter Hacky Aumeier und die Bezirksbürgermeisterin von
Berlin-Friedrichshain/ Kreuzberg a.D., Cornelia Reinauer, sowie
der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes
Berlin-Brandenburg, Jörg Steinert, nach Istanbul. Begleitet
wurden sie auch von zahlreichen Politikern aus Berlin und aus
dem Deutschen Bundestag. Die Unterstützung aus der deutschen
Hauptstadt kommt nicht zuletzt durch die Städtepartnerschaft,
welche Berlin und Istanbul seit 1989 verbindet.
Der Pride March startete am Taksim-Platz. Bis auf wenige
gewaltverherrlichende Sprüche von Passanten, verlief der Anlass
friedlich, schreibt der Lesben- und Schwulenverband
Berlin-Brandenburg auf seiner Homepage. |