(12.09.12/dom)
Eine Gay Pride habe einen absolut positiven Einfluss auf eine
Stadt, findet der Bürgermeister von Reykjavik, und aus diesem
Grund schrieb er nun seinem Amtskollegen in Moskau, dass dieser
das Verbot der Gay Pride noch einmal überdenken solle.
Quasi von Bürgermeister zu Bürgermeister, wandte sich Jón
Gnarr von Reykjavik an seinen Amtkollegen Sergey Sobyanin in
Moskau um diesen damit aufzufordern, dass er etwas gegen das
derzeit geltende Verbot von LGBT-Veranstaltungen in der
russischen Hauptstadt unternehmen solle. Erst im August hat nämlich das
Oberste Gericht in Moskau ein Verbot von Gay Prides in der Stadt
für die nächsten 100 Jahre ausgesprochen. Die Richter folgten
dabei der Argumentation der Behörden, welche der Meinung sind,
dass eine solche Pride ein Risiko für die öffentliche Ordnung
sei, und dass ein solcher Event von der Mehrheit der Bevölkerung
nicht mitgetragen werde.
Ganz anderer Meinung ist da Jón Gnarr, und dies schrieb er nun
dem Bürgermeister von Moskau auch in einem Brief. So habe eine
Gay Pride einen positiven Einfluss auf das Image einer Stadt,
hielt Gnarr darin fest, und es verbessere auch die öffentliche
Haltung gegenüber Schwulen, Lesben und Transgender. In Reykjavik
habe sich die Gay Pride über die Jahre zum grössten Outdoor
Festival der Stadt entwickelt und werde von der gesamten
Bevölkerung mitgetragen. Die Pride habe die Bevölkerung im
Herzen geändert und zu einer fortschrittlicheren Gesellschaft
geführt, schreibt Gnarr weiter, und das nicht nur in Bezug auf
die LGBT Community, sondern für alle Isländer generell.
Reykjavik sei durch diesen Event rund um den Globus als Stadt
bekannt geworden, welche Menschenrechte unterstütze, und die
Isländer seien stolz darauf, der Welt zeigen zu können, dass sie
in einer Gesellschaft leben, welche die Menschenrechte
unterstützt. Die Einwohner jeden Alters würden zusammenkommen
und miteinander die Unterschiedlichkeit der Menschen feiern.
Dabei falle das Festival durch die positive Einstellung und die
Freude auf, ohne jedoch den ernsten Hintergrund vermissen zu
lassen, nämlich, dass alle Menschen die Menschenrechte geniessen
sollen dürfen – egal welcher sexuellen Orientierung.
Ob dieser Brief bei Moskaus Obrigen wirklich auf Gehör stossen
wird, darf besonders aufgrund der jüngsten Ereignisse bezweifelt
werden, aber es ist eine absolut unterstützenswerte Geste von
Jón Gnarr.
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