(02.07.12/dom)
Am Wochenende fand in Dublin die Gay Pride statt, und wie das
nicht schon genug zum Feiern wäre, sorgte der
Vize-Premierminister von Irland auch gleich noch für einen
historischen Moment in diesem an sich konservativen Land: Er
sprach sich öffentlich für Marriage Equality aus!
Politiker sollen endlich aufhören zu diktieren, in wen sich
die Menschen verlieben sollen und für wen sie sich entscheiden,
mit wem sie den Rest des Lebens verbringen wollen, erklärte
Eamon Gilmore im Rahmen der Dublin Pride. Er ist der
Vize-Premierminister der irischen Koalitionsregierung und der
Vorsitzende von Labour, der sozialdemokratischen Partei in
Irland. Er glaube an die Homo-Ehe, und das Recht für
gleichgeschlechtliche Paare auf eine Ehe sei, ganz einfach, die
Zivilrechtsangelegenheit der jetzigen Generation, und nach
seiner Auffassung sei die Zeit nun reif dafür. Mit diesen
deutlichen Worten sorgte Gilmore für einen historischen Moment
in Irland, einem eher konservativen Land, welches Homosexualität
erst 1993 legalisierte und ein Partnerschaftsgesetz erst am 1.
Januar 2011 eingeführt hat.
Als Vorsitzender von Labour, einer Partei, für welche die
persönliche Freiheit derart zentral ist, habe er festgestellt,
dass in vergangenen Jahren in diesen Angelegenheiten das
Verständnis und der Respekt zugenommen habe, erklärte Eamon
Gilmore weiter. Er finde zudem, dass Irlands Gesetze in einigen
Punkten nicht mehr mit der öffentlichen Einstellung
übereinstimmen. Gerade diesem letzten Satz stimmte auch Kieran
Rose, der Vorsitzende von GLEN, dem Gay and Lesbian Equality
Network, zu. Sie würden es sehr begrüssen, dass Gilmore hier die
Führungsrolle übernehme und dass er finde, dass die Zeit für
Marriage Equality gekommen sei. Der Vize-Präsident habe zudem
recht, wenn er sage, dass das Gesetz nicht mit der öffentlichen
Meinung Schritt halten könne, erklärte Kieran Rose weiter. Die
Eingetragenen Partnerschaften sind sehr populär, und Umfragen
zeigen, dass 73 Prozent der Iren bereits dafür sind, die Ehe für
schwullesbische Paare zu öffnen.
Der Premierminister selber, Enda Kenny, hat sich bislang noch
nicht dazu geäussert. Kenny ist auch Vorsitzender der
Mitte-Rechts-Partei "Fine Gael", welche an der Dublin Pride
ebenfalls mit einem Floss vertreten war. Die Partei unterstützte
das Partnerschaftsgesetz seit 2003, und führende Mitglieder
hoffen, dass das Thema Marriage Equality noch in diesem Jahr
debattiert werden kann...
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