(18.09.12/dom)
Ray Chan Chi-chuen ist der erste offen schwule Politiker der
chinesischen Sonderverwaltungszone Hong Kong, und damit wohl
auch der erste offen schwule Politiker Chinas. In einem
Interview sprach er sich nun dafür aus, sich für die Einführung
von Marriage Equality und für ein Ende der Diskrimnierungen
aufgrund der sexuellen Orientierung einzusetzen.
Derzeit hätten schwullesbische Paare in Hong Kong keinerlei
Schutz, erklärte Ray Chan Chi-chuen in einem Interview gegenüber
der AFP. Es sei daher sein oberstes Ziel ein Gesetz einzuführen
um Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung zu
verbieten. Das langfristige Ziel sei es dann aber natürlich, die
Gesetze diesbezüglich zu ändern, dass die Ehe auch für
gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wird.
Es könnte eine Legislaturperiode dauern, vielleicht auch zwei,
aber wenigstens ist jemand da, der die Debatte am laufen hält,
meinte Chan weiter, und er fügte hinzu, dass
gleichgeschlechtliche Paare im Gegensatz zu den Heterosexuellen
derzeit keinerlei rechtliche Absicherungen haben, weder in Bezug
auf Besitztümer noch in Steuerfragen.
Ray Chan Chi-chuen wurde am 9. September ins Parlament von Hong
Kong gewählt. Doch obwohl er sich erst nach der Wahl geoutet
hat, seien
die Reaktionen überwältigend gewesen und er habe sehr viel
Unterstützung für sein öffentliches Coming out erhalten. Im
Gespräch erzählte er dann auch, dass er sich während dem
Wahlkampf von seinem Lebenspartner getrennt habe, doch, es sei
sein Traum, dass er, wenn Hong Kong die Eheschliessung für
gleichgeschlechtliche Paare zulässt, der Erste sein wird, der
heiratet.
Der politische Einfluss, den Ray Chan Chi-chuen derzeit
geniesst, ist noch gering, da er der pro-demokratischen Partei
„People Power“ angehört, welche Teil der politischen Minderheit
in Hong Kong ist. Aus diesem Grund dürfte es aktuell schwierig
werden, dass er für seine Anliegen eine Mehrheit hinter sich
bringen kann. Er muss also andere Parteien gewinnen können, dass
sie sich ebenfalls für schwullesbische Belange stark machen.
Die ehemalige britische Kolonie ist heute eine von Chinas
Sonderverwaltungszone und politisch total vom System vom übrigen
China losgelöst. So gibt es in Hong Kong Wahlen und auch die
Presse- und Meinungsfreiheit wird garantiert.
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