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HONDURAS: Morde an Transsexuellen
family image(21.01.11/dom) Die US-Botschaft in Honduras meldet grosse Bedenken, aufgrund der derzeitigen Entwickklungen in Honduras: Innerhalb der letzten Wochen wurden erneut drei LGBTs förmlich hingerichtet, dies macht im gesamten bereits 31 Morde in der vergangenen drei Jahren.

Die Morde geschehen jeweils mit äusserster Brutalität. So wurde am 22. Dezember in Comayagüela die Leiche der 23-jährigen Transsexuellen Lorenza gefunden, welche mit bürgerlichem Namen Luis Alexis Alvarado Hernández heisst. Ihr Körper war überzogen von Schlägen und Verbrennungen, und die am Tatort gefundenen, blutigen Steine weisen ganz klar auf eine Steinigung hin. Ihr Gesicht sei derart zugerichtet worden, dass sie rein visuell nicht mehr zu erkennen gewesen sei. Gebrauchte Kondome, welche ebenfalls vor Ort gefunden wurden, könnten dafür sprechen, dass Lorenza auch noch vergewaltigt wurde. Die Mörder versteckten ihre Leiche in einem Strassengraben.

Am gleichen Tag wurde zudem auch die Leiche von Lady Oscar gefunden, welcher mit bürgerlichem Namen Oscar Martinez Salgado heisst. Die 45-Jährige wurde in ihrem Haus im Vietel Barrio El Rincón in der Hauptstadt Tegucigalpa niedergestochen und verbrannt. Nachbarn erklärten gegenüber der Polizei, dass zwei verdächtige Männer aus ihrem Haus gerannt seien, darauf hätten sie das Feuer entdeckt. Wenige Tage später, am 2. Januar, wurde zudem Cheo, eine Transsexuelle, auf offener Strasse in Colonia Alameda in Tegucigalpa umgebracht. Aufgrund der Autopsieberichte, wurde sie mit mehreren Messerstichen in den Brustbereich regelrecht hingerichtet.

Wie verschiedene Organisationen in Honduras berichten, sind es vor allem Transsexuelle, welche derzeit regelrecht gejagt und hingerichtet werden. Angefangen haben diese Morde im Juni 2009, als die gewählte Linksregierung von Präsident Manuel Zelaya nach einem Staatsputsch gestürzt wurde. Im darauffolgenden Dezember wurde dann der Aids-Aktivist und Anführer der LGBT-Bewegung in Honduras, der 27-jährige Walter Trochez, von staatlichen Sicherheitskräften entführt, gefoltert und danach gar umgebracht, weil er eine öffentliche Kampagne losgetreten hat, um auf das Problem aufmerksam zu machen, dass seit dem politischen Umsturz viele LGBTs aufgrund von Homophobie umgebracht wurden. Er war damit das 17. Opfer in Honduras der homophoben Mordkampagne, welche von regierungsnahen Kreisen, wie der Polizei, angezettelt wurde.

Laut der Website der "National Resistance Front'" sei die Polizei in den jüngsten Morden aber nur unwesentlich oder gar nicht beteiligt gewesen. Um auf das immer noch anhaltende Problem aufmerksam zu machen, demonstrierten Mitglieder der LGBT-Bewegung, sowie der "National Resistance Front" vor dem Justizministerium in der Hauptstadt Honduras um gegen die Mordkampagnen gegen Schwule zu demonstrieren.